29. Dezember 2020

Radiologisch-pathologische Korrelation der pulmonalen Veränderungen bei COVID-19

Ihre Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung von Gefässveränderungen bei tödlichem COVID-19-Verlauf. Zur Klärung der pathologischen Veränderungen der Lunge haben Radiologen und Pathologen des USB und des Kantonsspitals Baselland Computertomografien und histopathologische Befunde verglichen. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift Radiology: Cardiothoracic Imaging veröffentlicht. Und aufs Titelbild gesetzt. Zudem widmet die RSNA (Radiological Society of North America) ihren monatlichen Podcast zur kardiothorakalen Bildgebung der Studie.

 

Die Veränderungen an der Lunge bei einer COVID-19-Erkrankung sind in der Computertomografie (CT) sichtbar, aber nicht vollständig aufgeklärt. Deshalb haben Wissenschaftler von Radiologie und Pathologie am USB und am Kantonsspital Baselland CT-Muster und histopathologische Befunde der Lungen von 14 COVID-Verstorbenen verglichen. Ausgewertet wurden 267 radiologische und 257 histopathologische Läsionen an 70 Lungenlappen.
Wie bereits bekannt, wurden in der CT überwiegend bilaterale Milchglastrübungen (Ground Glass Opacities: GGO) und Konsolidierungen festgestellt. Zu den histopathologischen Befunden gehörten vornehmlich diffuse Alveolarschäden, kapilläre Dilatationen und Stase, häufig begleitet von Mikrothromben, überlagerter akuter Bronchopneumonie und leukozytoklastischer Vaskulitis. Somit erklären sich die verschiedenen CT-Muster nicht durch ein singuläres pathologisches Korrelat, sondern vielmehr durch eine Vielzahl an parallel ablaufenden Prozessen.
4 der 14 Patienten hatten Lungenembolien. Gefässveränderungen waren sowohl in der CT als auch in der Histopathologie bedeutsam. Die Ergebnisse der Basler Wissenschaftler unterstreichen die Bedeutung von Gefässveränderungen als wichtigem pathophysiologischen Treiber bei tödlich verlaufender COVID-19-Erkrankung.
Die Studie wurde in der Fachzeitschrift Radiology: Cardiothoracic Imaging veröffentlicht und aufs Titelbild der Dezember-Ausgabe gesetzt. Die Autoren stellen die Ergebnisse zudem im Rahmen eines Podcast vor. 


>> zu «Lethal COVID-19: Radiological-Pathological Correlation of the Lungs» in «Radiology: Cardiothoracic Imaging» (Vol. 2, No. 6)

>> zum Podcast «Radiology. Cardiothoracic Imaging» der RSNA [Episode 6]

>> zu den digitalisierten Originaldaten (CT und Histopathologie)