14. November 2017

Scham, die "Wächterin der menschlichen Würde"

Dr. Stephan Marks, Freiburger Institut für Menschenrechtspädagogik, Deutschland

 

Scham ist eine schmerzhafte, oft übersehene Emotion, die in jeder Arbeit mit Menschen akut werden kann. Etwa wenn Patient/innen sich ihrer Schwäche, Hilfsbedürftigkeit, Herkunft oder für ihren Körper schämen. Unerkannte Schamgefühle können z.B. zu Kontaktabbruch, Depression oder Sucht führen - oder in Zynismus, Trotz oder Gewalt umschlagen. Daher ist es für alle, die mit Menschen arbeiten, wichtig, Scham zu erkennen und konstruktiv mit ihr umgehen zu können. Denn sie ist zwar schmerzhaft, hat aber auch positive Aufgaben: Scham ist, so Leon Wurmser, "die Wächterin der menschlichen Würde".

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