31. Januar 2014

Schweizerischer Nationalfonds unterstützt gleich zwei gross angelegte Forschungsprojekte am Universitätsspital Basel

Der Schweizerische Nationalfonds hat Förderbeiträge an zwei Kohortenstudien des Universitätsspitals Basel gesprochen. Während die nationale Vorhofflimmerkohorte erstmals finanziell unterstützt wird, wurde die Unterstützung der Schweizerischen Transplantationskohorte um weitere zwei Jahre verlängert. Die beiden gross angelegten Forschungsprojekte erhalten finanzielle Mittel von je rund drei Millionen Franken.

 

Bei der Vergabe der Förderbeiträge des Schweizerischen Nationalfonds (SNF) ist das Universitätsspital Basel (USB) gleich doppelt berücksichtigt worden. Von den neun Kohortenstudien, die der SNF ab 2014 finanziell unterstützt, sind zwei Forschungsprojekte am USB angesiedelt. Um Förderbeiträge für longitudinale Kohortenstudien, welche wichtige volksgesundheitliche Probleme in der Schweiz untersuchen sollen, hatten sich insgesamt 69 Projekte beworben.

Erstmals unterstützte Vorhofflimmerkohorte

Als eines von wenigen bisher nicht geförderten Projekten unterstützt der SNF neu eine nationale Vorhofflimmerkohorte, die von den USB-Ärzten Prof. David Conen und Prof. Stefan Osswald geleitet wird. Vorhofflimmern ist die häufigste Form einer Herzrhythmusstörung, wovon derzeit mindestens 100‘000 vor allem ältere Menschen in der Schweiz betroffen sind. Unter der Leitung der Basler Forscher ist in den vergangenen Jahren bereits ein nationales Forschungsnetzwerk für Patientinnen und Patienten mit Vorhofflimmern etabliert worden. Dieses kann nun mit Hilfe der Unterstützung des SNF intensiviert und weiter ausgebaut werden.

Die Studie zum Vorhofflimmern möchte herausfinden, ob eine direkte Beziehung zur Alterserkrankung Demenz besteht. Dieser mögliche Zusammenhang ist volkswirtschaftlich von grösster Relevanz, da beide Krankheitsbilder hohe Kosten verursachen. Durch die Unterstützung des SNF sind die Forscher in der Lage, bei einer grossen Zahl von Patientinnen und Patienten mit Vorhofflimmern sowohl die Hirnleistung als auch strukturelle Veränderungen im Gehirn präzise zu untersuchen. Ein besseres Verständnis der Krankheitsbilder kann mithelfen, präventive Massnahmen oder gar komplett neuartige Therapieansätze zu entwickeln. Der SNF unterstützt die nationale Vorhofflimmerkohorte im laufenden und nächsten Jahr mit rund drei Millionen Franken, mit der Option einer Verlängerung um weitere zwei Jahre

Unterstützung Transplantationskohorte verlängert

Ebenfalls rund drei Millionen Franken lässt der SNF für dieselbe Zeitspanne der Schweizerischen Transplantationskohorte (STCS) zukommen. Die seit 2008 laufende Studie ist ein gesamtschweizerisches Projekt und wird vom USB aus gesteuert. Geleitet wird die Studie von Prof. Jürg Steiger, Chefarzt Transplantationsimmunologie und Nephrologie im USB, in enger Zusammenarbeit mit Prof. Manuel Pascual (Universitätsspital Lausanne) und Prof. Christian van Delden (Universitätsspital Genf). Das im USB beheimatete Datenzentrum wird von PD Dr. Michael Koller geleitet. Die Studienleiter sind hoch erfreut, dass der SNF die Unterstützung der Kohortenstudie um weitere zwei Jahre verlängert hat.

Mit der wissenschaftlichen Untersuchung aller in der Schweiz organtransplantierten Patientinnen und Patienten möchte die STCS das Patienten- und Organüberleben langfristig erforschen. Als weitere Forschungsschwerpunkte werden das Auftreten von Infektions- und Krebskrankheiten sowie immunologische Prozesse und Organabstossungen untersucht. Weltweit einzigartig ist die zusätzliche Erfassung von psychosozialen Einflussfaktoren vor und nach einer Transplantation. Neben der wissenschaftlichen Auswertung dienen die Daten auch der Qualitätskontrolle, dem internationalen und nationalen Vergleich und somit als Basis für Entscheide des Beschlussorgans der Interkantonalen Vereinbarung zur Hochspezialisierten Medizin.

Seit 2008 hat die STCS alle Patientinnen und Patienten mit sämtlichen in der Schweiz praktizierten Organtransplantationen erfasst (rund 2400 Patientinnen und Patienten). Dank der engmaschigen Beobachtung konnten Daten mit hoher Qualität gesammelt werden. Aktuell laufen im Rahmen der STCS über 50 spezifische Forschungsprojekte, was der Weiterentwicklung der Transplantationsmedizin zugutekommt.