29. April 2014

Stress, Gene und Gedächtnis

Prof. Dr. Dominique J.-F. de Quervain Universität Basel, Abteilung Kognitive Neurowissenschaften

 

Stress hat einen bedeutenden Einfluss auf emotionale und kognitive Prozesse. Untersuchungen haben gezeigt, dass das Nebennierenrinden- Hormon Cortisol den Gedächtnisabruf behindert. Diese Hormonwirkung kann in Prüfungs- situationen zum berüchtigten “Blackout” beitragen. Die hemmende Wirkung von Cortisol auf den Gedächtnisabruf könnte aber auch positive Effekte haben, nämlich dann, wenn es sich um traumatische oder angstvolle Gedächtnisinhalte handelt. In der Tat haben wir erste Hinweise gefunden, dass Cortisolgaben bei Patienten mit einer posttraumatischen Belastungsstörung und bei Patienten mit Phobien positive Effekte haben. Des Weiteren interessieren wir uns für die genetischen Grundlagen von emotionalen und kognitiven Prozessen. Ziele dieser Forschung sind die Identifizierung von neurobiologischen Mechanismen und Molekülen des menschlichen Gedächtnisses und damit die gezielte Entwicklung neuer Therapiestrategien zur Behandlung von Gedächtnisstörungen.

Vortragspräsentation zu «Stress, Gene und Gedächtnis»

Stress, Gene und Gedächtnis