10. Mai 2012

Universitätsspital Basel: Profilierung als Zentrumsspital

Die Rechnung 2011 des Universitätsspitals Basel (USB) schliesst mit einem Ertrag von 657,1 Mio Franken und einem Aufwand von 848,2 Mio Franken ab. Der Abschluss ist somit um 10,9 Mio Franken besser als die Budgetvorgabe des Kantons. Bei den 31‘641 stationären Patienten beträgt der ausserkantonale Anteil 44.5% gegenüber 43.8% im Vorjahr. Diese Entwicklung ist Ausdruck der ausgeprägten Zentrumsfunktion des USB, die durch die von den Regierungen BS und BL beschlossene Freizügigkeit zwischen den beiden Kantonen künftig noch verstärkt wird. Zum letzten Mal hat das Universitätsspital Basel ein Geschäftsjahr als Dienststelle des Kantons abgeschlossen. Die rechtliche Verselbstständigung zur öffentlich-rechtlichen Anstalt erfolgte per 1.1.2012.

 

Das Berichtsjahr 2011 war geprägt von den Vorbereitungen auf die Verselbstständigung und die Einführung von Swiss DRG. Beide Vorhaben haben die Mitarbeitenden des USB dank grossem Engagement mit Erfolg zu den ambitionierten Zielen geführt.

Swiss DRG
Die Einführung von Swiss DRG hat das USB in 35 Handlungsfeldern umgesetzt und kann in einer ersten Bilanz als wichtigste Erkenntnis festhalten: Die beste Behandlung der Patientinnen und Patienten steht weiterhin an erster Stelle und ist gewährleistet. Die mancherorts geäusserte Befürchtung, dass es aus ökonomischen Gründen zu verfrühten Entlassungen kommen könnte, erweist sich als unbegründet. Die Qualitäts- und Zufriedenheitsindikatoren bleiben auf hohem Niveau stabil. Die technische und organisatorische Umstellung erfolgte grösstenteils problemlos, die Fakturierung erfolgt zeitgerecht.

Eine Weiterentwicklung der Tarifstruktur ist aber unabdingbar, wie Spitaldirektor Werner Kübler an der Jahresmedienorientierung ausführte. Die grossen Zentrumsspitäler und hierbei in besonderem Masse die Universitätsspitäler kommen im Rahmen von Swiss DRG nicht auf ihre Rechnung, da komplexe und aufwändige Therapien und Eingriffe nicht adäquat abgebildet und somit auch nicht gemäss Aufwand vergütet werden. Da tut eine Korrektur not!

Verselbstständigung
USB-Verwaltungsratspräsident Michael Plüss würdigte an der Medienorientierung das Abstimmungsergebnis vom 15. Mai 2011, als der Souverän des Kantons Basel-Stadt mit einer Mehrheit von 56% der Verselbstständigung der öffentlichen Spitäler zustimmte. Damit erhielt das USB die notwendigen Handlungskompetenzen für die angestrebte Prosperität im Wettbewerb, welcher durch die neue Spitalfinanzierung von den Bundesbehörden bewusst intensiviert worden ist. Michael Plüss betonte, dass auch mit der neuen Rechtsform das Wohlergehen und die Genesung der Patientinnen und Patienten im USB die unbestrittene Mission Nummer eins bleibt. Der Status als öffentlich-rechtliche Anstalt lässt aber in strategischen und operativen Fragestellungen effizientere Entscheidungsprozesse zu. Damit sich das USB auch als Forschungs- und Bildungsinstitution auf hohem Niveau erfolgreich positionieren kann, ist der intensive Wissenstransfer zwischen USB und der Universität Basel sowie der Life Sciences Industrie sowohl Voraussetzung als auch Erfolgsgarant.

Das Universitätsspital Basel hat mit Genugtuung Kenntnis genommen von den am 25. April veröffentlichten Entscheidungen der Regierungen Basel-Stadt und Basel-Landschaft. Die bis spätestens 1.1.2014 eingeführte Freizügigkeit für alle Patientinnen und Patienten zwischen den beiden Kantonen stärkt die Zentrumsfunktion des USB, was für die Gesundheitsversorgung der Region von Vorteil ist, da höhere Fallzahlen der Qualitätsentwicklung dienlich sind.

Dass am USB ein Zentrum für klinische Forschung von beiden Kantonen zu gleichen Teilen unterstützt werden soll, hat zur Folge, dass Studien künftig breiter abgestützt und besser koordiniert werden. Die daraus resultierenden Innovationen in der Weiterentwicklung der Medizin werden sich in der Diagnostik und Therapie nachhaltig positiv manifestieren, was den Patientinnen und Patienten zugute kommt.

Kennzahlen 2011
Das USB schliesst das Geschäftsjahr 2011 mit einem Ertrag von 657,1 Mio Franken (Vorjahr: 581,1 Mio) und einem Aufwand von 848,2 Mio Franken (Vorjahr: 786,5 Mio) ab. Der Staatsbeitrag beläuft sich auf 159,6 Mio Franken (Vorjahr: 174,2 Mio). Das USB hat den Staatsbeitrag innerhalb von drei Jahren um 11.3% von 180 Mio Franken (2009) auf 159,6 Mio Franken (2011) reduziert.

Die Zahl der stationären Patientinnen und Patienten stieg im Jahr 2011 gegenüber dem Vorjahr um 1.6% auf 31‘641, von denen 44.3% nicht im Kanton Basel-Stadt wohnhaft waren. Im ambulanten Bereich stiegen die Leistungen um 9.3% gegenüber dem Vorjahr. Mehr als die Hälfte der ambulanten Leistungen wurden von Patientinnen und Patienten mit Wohnsitz ausserhalb des Kantons Basel-Stadt bezogen. Diese Kennzahlen dokumentieren die ausgeprägte Profilierung des USB als Zentrumsspital, welche auch 2012 erfolgreich weiter entwickelt wird, wie die gegenüber 2011 fortgesetzte substanzielle Steigerung der Patientenzahlen in den ersten vier Monaten zeigt.

Insgesamt beschäftigte das USB am 31.12.2011 4‘974 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit einem umgerechneten Beschäftigungsgrad von 3‘787 Vollzeitstellen (Vorjahr: 3‘652 Vollzeitstellen). Von den 135 zusätzlich geschaffenen Stellen entfielen deren 35 auf ärztliche Funktionen, 49 auf pflegerische Funktionen und 10 auf medizinisch-technische Assistenz. Spitaldirektor Dr. Werner Kübler begründete an der Medienorientierung die Notwendigkeit des Stellenzuwachses mit der Zunahme der Patientinnen und Patienten im Berichtsjahr. Die Kooperation mit dem UKBB führte zu einem weiteren Stellenaufbau von 19 Vollzeitstellen.

Die Jahresrechnung 2011

Ziele und Herausforderungen 2011

 

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