15. September 2021

«Wie ich hier in der Schweiz Patientinnen und Patienten versorgen kann, ist einzigartig»

Benjamin Döbele hat eine Abwechslungsreiche und Herausfordernde Arbeit gesucht und hier am USB gefunden: Er arbeitet nicht nur als Dipl. Experte in Intensivpflege auf der Intensivstation und ist tagtäglich Notfallsituationen ausgesetzt, er vermittelt Pflegenden im Nachdiplomstudium auch die Fähigkeiten und Kompetenzen für diese anspruchsvolle Aufgabe. Im Interview erläutert er, wie er Studierende auf die komplexen Tätigkeiten vorbereitet und was er an seinem Job am Universitätsspital Basel besonders schätzt.

 

Seit über fünf Jahren arbeitet Benjamin Döbele nun in der Schweiz. Vorher hat er bereits sieben Jahre in Deutschland auf verschiedenen Intensivstationen gearbeitet. Was für ihn der Unterschied zwischen der Arbeit in den beiden Ländern ist? «Hier in der Schweiz ist die Beziehungsebene zum Patienten eine andere. Wir haben hier mehr Zeit auf die zu Behandelnden einzugehen, was wesentlich befriedigender ist. Wie ich hier die Patientinnen und Patienten versorgen kann, ist einzigartig». Deshalb ist es für ihn auch nicht überraschend, dass immer mehr Grenzgängerinnen und -gänger auf der Intensivstation des USB arbeiten. « Das Universitätsspital Basel bietet attraktivere Arbeitsbedingungen für Pflegende aus dem nahen Ausland. »

 

Arbeit als Berufsbildner

Ursprünglich ist Benjamin Döbele nach Basel gekommen, um sich weiterzubilden.  Einige Jahre später entschied er sich dann dafür selbst in der Weiterbildung tätig zu werden: Am Universitätsspital Basel unterstützt er heute Pflegefachleute im Rahmen ihres Nachdiplomstudium Intensivpflege dabei ihr theoretisches Wissen und ihre praktischen Fähigkeiten zu erweitern. Dafür arbeitet er selbst weiterhin in der Praxis und betreut Patientinnen und Patienten, um den Praxisbezug nicht zu verlieren. Die Studierenden bereitet er unter anderem im Simulationsraum auf die Arbeit auf der Intensivstation vor. In diesem Setting, welches speziell für Ausbildungszwecke vorgesehen ist, kann der Theorie-Praxis Transfer in einem geschützten Rahmen stattfinden. Der Simulator bietet die Möglichkeit Situationen wirklichkeitsgetreu nachzustellen, hier können Fehler gemacht werden ohne dass dies Konsequenzen für den Patienten hat. Das alles unter Beobachtung: Im Vorraum können alle Handlungen verfolgt und später gemeinsam analysiert werden. Innerhalb von mindestens zwei Jahren werden die angehenden Intensivpflegenden sowohl in der Theorie wie auch in der Praxis auf ihre Arbeit vorbereitet.

 

Hohes Ausbildungsniveau

«Durch die moderne Ausstattung und das universitäre Umfeld können wir den Studierenden Unterricht auf sehr hohem Niveau bieten», erklärt der Berufsbildner weiter. Zudem, ist ein Universitätsspital für ihn der perfekte Praxisort für das Nachdiplomstudium: «Gerade wer ein breites Wissensspektrum erwerben möchte, erhält hier eine Top-Ausbildung und kommt mit seltenen Fällen und komplexen Behandlungen in Kontakt, die es nicht in allen Spitälern gibt». Besonders gut an seinem Job gefällt Benjamin Döbele zudem auch, dass er als Berufsbildner konstant gefordert wird: «Die Studierenden stellen immer wieder spannende Fragen, so bleibt mein Wissen aktuell und ich kann mich gemeinsam mit ihnen weiterentwickeln. »

 

Viel Verantwortung sowie enge Zusammenarbeit zwischen Pflege und Ärzteschaft

Auf der Intensivstation arbeiten Pflegende eng mit den Ärztinnen und Ärzten zusammen und treffen gemeinsam mit Ihnen wichtige Entscheidungen. «Wir Pflegende auf der Intensivstation haben ein grosses Intensivpflegerisches Fachwissen, welches uns ermöglicht zahlreiche praktische Tätigkeiten, wie z.B. das Überwachen und Steuern von Beatmungsgeräten durchzuführen. Damit einher geht natürlich auch eine hohe Verantwortung. » Natürlich schrecken die hochkomplexen Patientensituationen, die vielen technischen Geräte sowie die komplexen Therapien teilweise Pflegekräfte ab. Im Rahmen des Nachdiplomstudium Intensivpflege werden die Studierenden aber optimal auf die Aufgaben vorbereitet und in der Praxis werden sie nicht allein gelassen, sondern durch Mentoren, Pflegeexperten und Berufsbildner eng begleitet: «Schlussendlich ist die Teamarbeit bei uns Matchentscheidend», erklärt Benjamin Döbele. «In Notfall-Situationen muss schnell viel passieren. Da braucht es ein ganzes Team das gut zusammenarbeitet, um das Leben eines Menschen zu erhalten»

 

Du interessierst dich ebenfalls für die Intensivpflege? Alle Infos gibt es auf einjobfuersleben.ch