Unser Engagement in Afrika

Afrika ist der Kontinent mit dem höchsten Bevölkerungswachstum weltweit. Dies führt unter anderem zu grossen Herausforderungen im Gesundheitssystem. Das Universitätsspital Basel engagiert sich seit Jahren in Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnerinstitutionen wie dem Swiss Tropical Health InstituteSwiss Surgical Teams, dem Basler Förderverein für medizinische Zusammenarbeit und der Stiftung Haida Medical Swiss in diversen Kooperationen mit Spitälern und Institutionen in Afrika.

 

In einer langjährigen Partnerschaft mit dem St. Francis Referral Hospital in Ifakara, Tansania, dem Ifakara Health Institut  und dem Schweizerischen Tropen- und Public Health-Institut unterstützt die Klinik für Infektiologie & Spitalhygiene des Universitätsspitals Basel die Chronic Diseases Clinic in Ifakara. Die seit 2004 bestehende Klinik für Menschen mit einer HIV- und oder Tuberkulose-Infektion behandelt jährlich über 4'000 HIV-positive Patientinnen und Patienten in einer ländlichen Region. 2015 wurde zudem gemeinsam eine Notfallstation aufgebaut, die 36'000 Patientinnen und Patienten jährlich triagiert und versorgt. Nebst dem Angebot an klinischen Dienstleistungen dienen die Partnerschaften vor allem als Plattformen der Ausbildung tansanischer Kolleginnen und Kollegen für klinisches Patientenmanagement, Sonographie, Labordiagnostik wie auch für wissenschaftliche Projekte mit dem Ziel, die Medizin in diesem Setting zu verbessern.

Kontakt

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Prof. Maja Weisser Rohacek

Leitende Ärztin

Infektiologie & Spitalhygiene

Das Projekt konzentriert sich auf das St. Paul’s Hospital (SPH) in Kashikishi. Kashikishi liegt im Norden Sambias. Das St. Paul’s Mission Hospital war, wie der Name verrät, ein Missionsspital. Vor wenigen Jahren wurde dieses vom Sambischen Staat übernommen. Das St. Paul's Hospital hat 214 Betten und folgende Abteilungen: Chirurgie, Gynäkologie und Geburtshilfe, Innere Medizin, Pädiatrie sowie eine Abteilung für mangelernährte Kinder, ein grosses Ambulatorium und einer HIV-Klinik.

1993 begann der Basler Förderverein (BFV) das St. Paul’s Hospital in Kashikishi aktiv zu unterstützen, indem sie medizinische und technische Beratung anbot und sich an verschiedenen Gesundheitsinitiativen und -projekten beteiligte. 

In Partnerschaft des BFV und des Universitätsspitals Basel werden seit 2019 mögliche Projekte für eine künftige Zusammenarbeit gemeinsam mit den sambischen Behörden, Ärztinnen und Ärzten und von der Kirche ernannten Krankenhausverwalter*innen, die für SPH verantwortlich sind, ausgearbeitet und bewertet.

Als erste Projektphase ist geplant, die Notfallversorgung für Kinder und Erwachsene zu verbessern.

Gleichzeitig wird eine wichtige Funktion eines Level II Spitals gestärkt. In einer zweiten Projektphase ist auch die Unterstützung der Distrikt- und Provinzbehörden bei der Koordination und Planung der Dienstleistungen für nicht-übertragbare Krankheiten vorgesehen. Ab 2021 wird im Auftrag des BFV und des Universitätsspitals Basel eine Ärztin/ein Arzt das Spital klinisch sowie im Bereich Planung und Management vor Ort unterstützen.

Kontakt

labhardtn
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Prof. Niklaus Labhardt

Chefarzt

Klinische Epidemiologie

Das Kitete Regional Referral Hospital ist für die primäre Gesundheitsversorgung von 230’000 Einwohnern der Hauptstadt Tabora und als übergeordnetes Spital für komplizierte schwierige Erkrankungen in der ganzen Region mit 2,3 Millionen Menschen zuständig.

Mit über 6’000 Geburten pro Jahr spielt dabei die Frauenklinik eine wichtige Rolle im Gesundheitssystem. Die hohe Mütter- und Kindersterblichkeit spiegelt die schlechte personelle, materielle und finanzielle Situation an diesem Partnerspital wieder.

Seit 2015 engagiert sich das USB zusammen mit den Swiss Surgical Teams (SST) im Kitete Spital. Dabei steht die Ausbildung von medizinischem Personal (Pflegende, Hebammen, Ärztinnen und Ärzte sowie Medizintechniker*innen) im Vordergrund.

KindA
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Dr. André Kind

Stv. Chefarzt Gynäkologie

Leitender Arzt Poliklinik und Gynäkologische Dysplasieeinheit

 

In Hargeysa, der Hauptstadt von Somaliland, fand im Februar 2019 das erste Seminar für geburtshilfliche Notfälle für Ärzte und Hebammen statt. Das Land ist seit dem Bürgerkrieg 1991 ein praktisch von Somalia unabhängiger Staat, wird aber international von keinem Land als solcher anerkannt.

Die Müttersterblichkeit liegt bei ca. 850 auf 100’000 Lebendgeburten und ist die fünfthöchste weltweit. Das Team des Universitätsspitals Basel, unterstützt von der Stiftung Hadia Medical Swiss und dem lokalen Ärzt*innen- und Hebammenteam von Edna Adan im Edna Adan Hospital, trainiert zweimal im Jahr in Simulationsszenarien und Workshops die geburtshilflichen Notfälle. Ziel ist eine Optimierung der Notfallbehandlungen sowie die Förderung der interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen Ärzt*innen und Hebammen sowie zwischen Spitälern und regionalen Health Centers.