18. Mai 2021

Das Universitätsspital Basel übernimmt die Führung einer der weltweit bedeutendsten Studien in der Brustkrebschirurgie

Unter der Führung des Universitätsspitals Basel wird im Rahmen der Studie TAXIS eine in der Schweiz entwickelte Operationsmethode zur gezielten Entfernung krebsbefallener Lymphknoten bei Brustkrebs-Patientinnen international untersucht. Diese Operationsmethode soll die Nebenwirkungen einer chirurgischen Überbehandlung reduzieren und damit zu einer höheren Lebensqualität der betroffenen Frauen beitragen.

 

Das Standardverfahren für Brustkrebs-Patientinnen mit ausgeprägtem Lymphknotenbefall ist ein chirurgischer Eingriff, bei dem viele Lymphknoten im Achselbereich entfernt werden. Allerdings wird bei diesem radikalen Verfahren nicht unterschieden, ob die Lymphknoten vom Krebs befallen sind oder nicht. Dies führt dazu, dass viele Patientinnen nach der Operation Komplikationen wie Schmerzen, Gefühlsstörungen, Bewegungseinschränkung der Schulter und Lymphstau (sogenanntes Lymphödem) haben.

Unter der Leitung von Prof. Weber und des Oncoplastic Breast Consortium (OPBC) übernimmt das Universitätsspital Basel ab sofort die Führung der international angelegten Studie TAXIS. Diese untersucht, ob das neu entwickelte, chirurgische Verfahren der Brustkrebstherapie, bei dem nur die befallenen Lymphknoten in der Achselhöhle selektiv und schonend entfernt und die Patientinnen dafür mit einer angepassten Strahlentherapie behandelt werden, ebenso sicher und wirksam ist wie das bisherige Standardverfahren und zu der gewünschten Verbesserung der Lebensqualität führt. Die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für Klinische Krebsforschung (SAKK), welche die TAXIS Studie bisher geleitet hat, unterstützt die Studie weiterhin und arbeitet mit dem Universitätsspital Basel eng zusammen.

Die in der Schweiz entwickelte Studie TAXIS ist die aktuell weltweit bedeutendste Studie zur Deeskalation der Achselhöhlenchirurgie bei Patientinnen mit Brustkrebs. Sie hat bereits über 400 der 1'500 erforderlichen Patientinnen an 44 Brustzentren in sechs Ländern rekrutiert und liegt damit im Studienzeitplan. Die bisherigen Ergebnisse deuten darauf hin, dass das innovative Verfahren sehr gut funktioniert. Die «fokussierte Axillachirurgie» wird die Zukunft der Achselhöhlenchirurgie massgeblich bestimmen. Angesichts der Tatsache, dass rund jede achte Frau weltweit an Brustkrebs erkrankt, trägt diese Studie und das darin untersuchte Verfahren wesentlich dazu bei, vielen Frauen auf der ganzen Welt die Nebenwirkungen einer chirurgischen Überbehandlung zu ersparen. Den Patientinnen des Universitätsspitals Basel steht diese Behandlungsmethode im Rahmen der Studienteilnahme bereits heute zur Verfügung.