01. Juli 2020

Wertebasierte Gesundheitsversorgung: Unispital Basel führend

In der wertebasierten Gesundheitsversorgung wird der Behandlungserfolg auch daran gemessen, wie die Patientinnen und Patienten selbst ihre Lebensqualität einschätzen. Dieser weithin als zukunftsorientiert bewertete Ansatz ist ein wichtiger Bestandteil der Strategie des Universitätsspitals Basel. Jetzt hat das EU-Institut für Innovation und Technologie das Unispital Basel als führend in der wertebasierten Gesundheitsversorgung beurteilt.

 

In einem kürzlich publizierten Bericht zur wertebasierten Gesundheitsversorgung (Value Based Healthcare, VBHC) stellt das Europäische Institut für Innovation und Technologie dem Unispital Basel ein vorbildliches Zeugnis aus. Der Bericht stellt die Basler Leistungen auf Augenhöhe mit international führenden Kliniken wie dem «Sheba Medical Center» in Israel oder dem Karolinska Universitätsspital in Stockholm.

Am Universitätsspital Basel werden beispielsweise Patientinnen, die unter Brustkrebs leiden, über Jahre hinweg immer wieder nach ihrem Befinden befragt. Diese regelmässigen Befragungen, bekannt als PROMs (Patient Reported Outcome Measures), messen den individuell wahrgenommenen Wert einer Behandlung. Die üblichen Analysen, Messungen und anderen Mittel der modernen Medizin werden in der wertebasierten Gesundheitsversorgung mit der Sichtweise der Patientinnen und Patienten ergänzt.

Zur wertebasierten Gesundheitsversorgung wird am Universitätsspital Basel geforscht. Parallel dazu wird ihr Einsatz in der alltäglichen Behandlung durch das Qualitätsmanagement in enger Zusammenarbeit mit Kliniken und Abteilungen vorangetrieben. Mittlerweile werden PROMs für elf verschiedene Krankheitsbilder standardisiert erhoben. Aufgrund der ersten positiven Erfahrungen halten PROMs zunehmend Einzug in die Routineversorgung von Patientinnen und Patienten, beispielsweise bei Erkrankungen oder Verletzungen des Bewegungsapparates in der Orthopädie und Traumatologie oder in der Neurologie für die Langzeitbehandlung des Schlaganfalls. Chronische Erkrankungen in der Gastroenterologie (Medizin des Magen-Darm-Trakts), die Schmerzbehandlung von Wirbelsäulenpatienten und bestimmte Krebsbehandlungen sind weitere Beispiele für den Nutzen stiftenden Einsatz der wertebasierten Gesundheitsversorgung.

Die wertebasierte Gesundheitsversorgung bietet auch einen Hebel beim Thema der «Überversorgung»: PROMs können helfen, unnötige Behandlungen aufzudecken, mit denen die Lebensqualität nicht verbessert wird. Fehlentwicklungen im Gesundheitswesen könnten bei einem flächendeckenden Einsatz von VBHC begrenzt werden. Ziel dieser Anstrengungen ist es, die Angemessenheit der Versorgung als zentralen Wert im Gesundheitssystem zu etablieren.

«Wir wollen Exzellenz nicht nur predigen, sondern auch mit Daten demonstrieren», erläutert Professor Christoph A. Meier, Ärztlicher Direktor des Universitätsspitals Basel. Ein erstes Ziel für eine erfolgreiche Umsetzung der wertebasierten Gesundheitsversorgung besteht darin, diese Vision gemeinsam mit Ärzten, Pflegenden und Therapeuten in den Kliniken zu konkretisieren, indem die für die Patientinnen und Patienten relevanten Leistungen des ganzen Behandlungsteams messbar optimiert werden. «Die wertebasierte Gesundheitsversorgung soll und darf keine Top-Down-Strategie sein. Sie soll alle, die an medizinischen Abklärungen und Therapien beteiligt sind, dabei unterstützen, stets die beste ganzheitliche Versorgung sicherzustellen», sagt Meier.