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Symptome und Syndrome des ischämischen Hirnschlages

Die klinisch-neurologische Untersuchung erfolgt syndromatisch. Die Einteilung, beruhend auf der OCSP-Klassifizierung von Bamford et al., [Bamford J; Lancet 1992;339:400-2] bewährt sich für die Initialbeurteilung, z.B. bei der Notfallaufnahme. Es kann aufgrund des neurologischen Befundes unterschieden werden:

  • Die lakunären Syndrome: Hierzu gehört eines der folgenden möglichen Syndrome: Rein motorische Hemiparese, rein sensible Hemisymptomatik, sensomotorische Hemiparese, ataktische Hemiparese oder seltenere lakunäre Syndrome wie Dysarthria-clumsy-hand (Dysarthrie und Dysdiadochokinese einer Hand).
  • Syndrome des gesamten vorderen karotidealen Versorgungsgebiets: Dazu gehört die Kombination von: Kortikaler Dysfunktion (Aphasie, Akalkulie, Raumsinnstörung), Vigilanzminderung, kontralateralem, homonymem Gesichtsfeldausfall (Hemi- oder Quadrantenanopsie) und kontralateraler, motorischer und/oder sensorischer Hemiparese, wobei mind. 2 Regionen (Gesicht, obere und untere Extremität) betroffen sein müssen. 
  • Syndrome eines Teils des vorderen Versorgungsgebiets: Hier sind nur 2 der 3 Komponenten vom kompletten vorderen karotidealen Syndrom vorhanden oder es besteht eine isolierte kortikale Dysfunktion wie Aphasie, Akalkulie, Raumsinnstörung etc. Auch begrenzte senso- und/oder motorische Hemiparesen (nur Gesicht und Hand, Monoparese) und Defizitsyndrome gehören hierzu.
  • Syndrome im hinteren/vertebrobasilären Versorgungsgebiet: Dazu gehören eines oder mehrere der folgenden Symptome: ipsilaterale Hirnnervenlähmung und kontralaterale motorische und/oder sensorische, Hemiparese bilaterale motorische und/oder sensorische Parese (Para- oder Tetrasymptomatik), dyskonjugierte Augenbewegungen, isolierte Hemianopsie oder isolierte zerebelläre Symptome (ohne zusätzliche ipsilaterale Pyramidenbahnzeichen).