Prostatakrebs

Der Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung beim Mann. 

 

Vorsorge

Je früher der Prostatakrebs entdeckt wird, desto grösser sind die Heilungschancen. Deshalb wird von der Schweizerischen Gesellschaft für Urologie eine Prostatakrebsvorsorgeuntersuchung bei familiärer Belastung (Vater oder Bruder mit Prostatakrebs) ab dem 45. Lebensjahr und ohne familiäre Belastung ab dem 50. Lebensjahr empfohlen. Diese Vorsorgeuntersuchung besteht aus einer Tastuntersuchung der Prostata über den Enddarm und einem Bluttest (Prostata-spezifisches Antigen, kurz PSA).

 

Diagnostik

Zeigen sich in der Vorsorgeuntersuchung Auffälligkeiten, wird eine Schichtbildgebung (Magnetresonanztomografie, kurz MRT) des Beckens zur genaueren Beurteilung der Prostata durchgeführt. Erhärtet sich der Verdacht auf Prostatakrebs, wird ambulant in Lokalanästhesie über den Enddarm Gewebeproben aus der Prostata entnommen und unter dem Mikroskop untersucht. Als besonders präzise Methode hat sich die Fusionsbiopsie, basierend auf Bildgebung mittels Magnetresonanztomographie und transrektalem Ultraschall (MRT-TRUS), etabliert. Mittels Magnetresonanztomographie (MRT) des Beckens werden verdächtige Areale der Prostata sichtbar gemacht. Die Magnetresonanztomographiebilder werden während der Biopsie mit den Ultraschallbildern der Prostata überlagert. Damit können die verdächtigen Areale präzise zur Gewebeprobenentnahme angesteuert werden. Diese Methode wird an unserer Klinik standardmässig angewandt. Der Prostatatkrebs wird durch die MRT-TRUS Fusionsbiopsie früher, präziser und mit weniger entnommener Gewebeproben diagnostiziert. Somit können Patienten frühzeitig der optimalen Therapie zugeführt und das Risiko von Nebenwirkungen durch wiederholte Gewebeprobenentnahmen gesenkt werden.

 

Therapie

Die Behandlung des Prostatakrebses erfordert die Zusammenarbeit verschiedener Spezialisten. Im Rahmen unseres zertifizierten Tumorzentrums wird jeder Patient mit einem neu entdeckten Prostatakrebs interdisziplinär besprochen, um eine individuelle und optimal angepasste Therapie anbieten zu können. Die für Sie möglichen Therapieoptionen werden mit Ihnen ausführlichst besprochen.  

Aktive Überwachung («Active surveillance»)

Bei risikoarmem Prostatakrebs, welcher die Prostatakapsel nicht überschreitet, kann teilweise auf eine Operation oder Strahlentherapie verzichtet werden. Stattdessen wird die Strategie der aktiven Überwachung («Active Surveillance») angewandt. Mittels regelässiger Kontrolluntersuchungen (Tastuntersuchung der Prostata, Bluttests und Prostatabiopsien) wird der Prostatakrebs überwacht. Damit können Veränderungen des Krebses frühzeitig erkannt und bei Fortschreiten der Erkrankung eine aktive Therapie eingeleitet werden. Durch die aktive Überwachung können die Nebenwirkungen der Bestrahlung oder der Medikamente sowie die möglichen Komplikationen einer Operation verhindert werden. 

Operative Entfernung der Prostata

Die vollständige operative Entfernung der Prostata (radikale Prostatektomie) empfiehlt sich bei organbegrenztem Krebswachstum. Diese Option ist die derzeit am häufigsten angewandte und sehr bewährte Methode. Unser Schwerpunkt liegt dabei in der minimal-invasiven, roboterassistierten Operation mit dem Da Vinci®-System. Hier nimmt der Operateur den Eingriff mit mikrochirurgischen Instrumenten und einer Kamera, welche vom Roboter gehalten wird, über kleine Bauchschnitte vor. Unsere Erfahrung zeigt, dass Patienten nach dieser Operation weniger Schmerzen haben, schneller mobil sind und früher nach Hause gehen können verglichen mit Patienten, welche über einen grossen Bauchschnitt offen operiert werden.

Strahlentherapie

Durch eine Strahlentherapie lassen sich die Krebszellen derart schädigen, dass sie absterben. Durch die gezielte Bestrahlung werden die umliegenden gesunden Organe, wie Dünndarm, Blase und Geschlechtsorgane, möglichst geschont. 

Hormon- und Chemotherapie

Das Sexualhormon Testosteron beeinflusst das Wachstum der Prostatazellen und damit unter Umständen auch das Wachstum eines Prostatakrebses. Mit einer Antihormontherapie wird der Einfluss des Testosterons auf das Wachstum eines hormonabhängigen Prostatakrebses ausgeschaltet. Dies kann mit einer operativen (subkapsuläre Orchiektomie) oder einer medikamentösen Behandlung erreicht werden. 

Bei einem Prostatakrebs kann eine Chemotherapie zum Einsatz kommen, wenn die Antihormontherapie nicht (oder nicht mehr) wirkt. Eine Chemotherapie ist eine Behandlung mit zellschädigenden oder wachstumshemmenden Medikamenten. Sie sorgt dafür, dass sich schnell wachsende Krebszellen nicht mehr teilen und sich der Krebs somit nicht weiter vermehren kann. Allerdings werden bei einer Chemotherapie auch gesunde, schnell wachsende Zellen geschädigt (beispielsweise Zellen des Knochenmarks, Haarfollikelzellen oder Zellen der Schleimhäute in Mund, Magen oder Darm).

 

Nachsorge

Nach Therapie des Prostatakrebses bieten wir allen Patienten eine individuelle Tumornachsorge und eine Beratung, sofern vorliegend, bezüglich der Urinkontinenz und der Erektion an.