Hemmi-Preis 2025: Dr. Salome Hosch und Dr. Baptiste Hamelin ausgezeichnet

Am 12. Februar 2026 wurde am Universitätsspital Basel (USB) der Hemmi-Preis verliehen. Dr. Salome Hosch und Dr. Baptiste Hamelin aus der Pathologie erhielten die Auszeichnung für ihr Forschungsprojekt «Molekulare gewebebasierte Präzisionsdiagnostik von Infektionskrankheiten». Mit dem Preis würdigt die Hemmi-Stiftung herausragende wissenschaftliche Leistungen mit hoher klinischer Relevanz.

2026-03-03, 16:13

Innovative Ansätze für die Diagnostik von Infektionskrankheiten

 

Die gewebebasierte Diagnostik von Infektionskrankheiten stellt nach wie vor eine grosse Herausforderung dar. Zwar liefert die Histologie häufig Hinweise auf eine Infektion, doch trotz umfassender Abklärungen gelingt es nicht immer, den ursächlichen Krankheitserreger eindeutig zu identifizieren. Diese diagnostische Unsicherheit kann die gezielte Therapie erschweren.

Mit dem Projekt «Molekulare gewebebasierte Präzisionsdiagnostik von Infektionskrankheiten» entwickeln Dr. phil. Salome Hosch und Dr. phil. Baptiste Hamelin innovative molekulare Ansätze, um Infektionserreger auch dann zuverlässig und eindeutig nachzuweisen, wenn herkömmliche Methoden keine eindeutigen Resultate liefern.

 

Ein zentraler Bestandteil ihrer Arbeit ist der Einsatz von metagenomischem Next-Generation-Sequencing (mNGS). Diese Methode ermöglicht den Nachweis von Bakterien, Viren, Pilzen und Parasiten direkt aus Gewebeproben, ohne vorherige Annahmen über den möglichen Erreger. Dieses Verfahren wird im Labor der Pathologie bereits seit mehreren Jahren erfolgreich angewendet.

 

Neu wird das diagnostische Spektrum durch die Integration der RNA-Sequenzierung erweitert. Damit können nicht nur RNA-Viren präzise identifiziert werden, sondern auch deren Rolle bei unterschiedlichen Krankheitsbildern besser verstanden werden. Gleichzeitig erlaubt die Methode eine detaillierte Charakterisierung der lokalen Immunantwort im Gewebe.

 

Ein weiterer innovativer Ansatz des Projekts besteht darin, zwischen infektiösen und malignen Ursachen von Gewebeveränderungen in einer einzigen Analyse unterscheiden zu können. Damit leistet die Arbeit einen wichtigen Beitrag zur Präzisionsdiagnostik in der Pathologie.

 

Zur Hemmi-Stiftung

 

Die Hemmi-Stiftung mit Sitz in Therwil BL engagiert sich seit über 40 Jahren für die Förderung der medizinischen Forschung. Der von der Stiftung vergebene Hemmi-Preis zählt zu den renommierten Förderpreisen im Bereich der Medizin und würdigt jährlich herausragende wissenschaftliche Arbeiten mit besonderer Innovationskraft und klinischer Bedeutung. Neben der Anerkennung ist die Auszeichnung mit einer finanziellen Unterstützung verbunden, die es den Preisträgerinnen und Preisträgern ermöglicht, ihre Forschungsprojekte gezielt weiterzuentwickeln.