IOB-Studie zeigt neue Ansätze für den Erhalt der Sehkraft im Alter

Neue Forschungsergebnisse liefern wichtige Hinweise für neue Behandlungsansätze bei altersbedingter Makuladegeneration, einer der häufigsten Ursachen für zentralen Sehverlust bei älteren Erwachsenen.

2026-03-31, 14:00 Uhr

Der Sehverlust im Alter betrifft Millionen Menschen, häufig ausgelöst durch die altersbedingte Makuladegeneration (AMD). Die Makula ist ein zentraler Bereich der Netzhaut (Retina) und entscheidend, um scharf zu sehen, zu lesen oder Gesichter zu erkennen. Beim Verlust der Sehkraft im Alter spielen sogenannte Zapfen-Photorezeptoren, spezialisierte Sinneszellen in der Makula, eine wichtige Rolle. Das Absterben dieser Zellen führt zu zentralem Sehverlust, was die Selbstständigkeit im Alltag stark einschränkt.

 

Forschende am Institut für Molekulare und Klinische Ophthalmologie Basel (IOB) um Prof. Botond Roska haben gemeinsam mit internationalen Partnern untersucht, wie sich diese Sehzellen schützen lassen. Dafür testeten die Forschenden mehr als 2’700 verschiedene Wirkstoffe an sogenannten retinalen Organoiden, im Labor gezüchtete Modelle der menschlichen Netzhaut. Diese ermöglichen es, Krankheitsprozesse realitätsnah zu untersuchen und zu beobachten, wie Zellen unter Stress reagieren.

 

Die Ergebnisse zeigen ein klares Bild: Einige Substanzen können den Zellen schaden, andere hingegen haben eine schützende Wirkung. Besonders wichtig ist dabei ein bestimmtes Enzym, die Casein-Kinase 1. Wird dieses gezielt gehemmt, bleiben die Zapfen-Photorezeptoren länger funktionsfähig. Diese schützende Wirkung konnte auch in weiteren Experimenten bestätigt werden.

 

Die Studie ist ein wichtiger Schritt, um die Ursachen von Sehverlust im Alter besser zu verstehen und schafft eine Grundlage für neue Behandlungsansätze, um die zentrale Sehkraft erhalten zu können.