Angebot
Bei uns werden Sie professionell betreut
Der Eintritt ins Notfallzentrum erfolgt meist unerwartet und ohne Zeit zur Vorbereitung. Das ist uns bewusst. Umso wichtiger ist es uns, dass Sie sich in dieser Ausnahmesituation gut aufgehoben und sicher betreut fühlen.
Das Notfallzentrum des Universitätsspitals Basel ist eine zentrale Organisationseinheit mit besonderer Bedeutung für die gesamte Region. Rund um die Uhr und an 365 Tagen im Jahr betreuen wir jährlich über 60'000 ambulante und stationäre Patientinnen und Patienten.
Ein interdisziplinäres Team aus Ärztinnen und Ärzten, Pflegefachpersonen und weiteren spezialisierten Berufsgruppen stellt sicher, dass Sie auch in akuten Belastungssituationen rasch, kompetent und respektvoll versorgt werden. Dabei stehen eine patientenzentrierte, empathische und zugleich hochprofessionelle Notfallversorgung im Mittelpunkt unseres Handelns.
Triage und Behandlung
Die Notfallversorgung von Patientinnen und Patienten bedeutet, dass wir aufgrund der Schwere der Verletzung oder Erkrankung sehr rasch entscheiden müssen, welche Patientinnen und Patienten zuerst behandelt werden.
Hierbei verwenden wir den Emergency Severity Index (ESI). Die korrekte Triagierung erfordert viel Fachwissen und Erfahrung von unseren Pflegefachpersonen.
Der ESI unterstützt uns, indem er klare Parameter definiert, die die Entscheidungen der Pflegefachperson objektiv, nachvollziehbar und vergleichbar machen. Gleichzeitig liefert der ESI eine Prognose darüber, welche Leistungen und Ressourcen ein Patient in welchem Zeitraum voraussichtlich benötigen wird. Auf dieser Grundlage wird jede Patientin und jeder Patient einer entsprechenden Behandlungskategorie zugeteilt.
Infrastruktur
Ein interdisziplinäres und interprofessionelles, auf die Notfallversorgung spezialisiertes, Behandlungsteam mit einer grossen Erfahrung sorgt für eine möglichst zeitnahe Diagnostik und Therapie. Verschiedene räumliche und organisatorische Rahmenbedingungen, sowie die medizinische Infrastruktur und Hilfsmittel der Informationstechnologie unterstützen die notwendigen Prozesse und Aufgaben.
Insgesamt verfügen wir über 25 Behandlungskabinen, 15 stationäre Betten und zwei Schockraumplätze für schwer erkrankte oder verunfallte Patientinnen und Pateinten. Ausserdem finden sich einige spezielle Räumlichkeiten, in denen spezialisierte Versorgungen stattfinden. Zusätzliche Behandlungsplätze können innerhalb kürzester Zeit zur Verfügung gestellt werden.
medStandards
Das Notfallzentrum besitzt seit mehr als zwanzig Jahren eine Vorreiterrolle bei der Erstellung von klinischen Algorithmen (www.medStandards.com). Die medStandards werden als Decision Support System von über 150 nationalen und internationalen Institutionen und Linzenznehmern lizenziert. Die webbasierte Anwendung bietet über 2’000 Seiten von verlinkten, auf Evidenz und Leitlinien basierenden klinische Standards, welche via Notebook, PC und Tablets zugänglich sind.
Hausärztliche Notfallpraxis
Die Hausärztliche Notfallpraxis am Universitätsspital Basel wird gemeinsam vom USB und der Medizinischen Gesellschaft Basel betrieben und befindet sich in den Räumlichkeiten des Universitätsspitals Basel. Diese Dienstleitung kombiniert die Hausarztmedizin mit der Infrastruktur und dem Angebot des Universitätsspitals.
Es ist günstig, dass die Patientinnen und Patienten an einem zentralen, gut erreichbaren Ort unter einem Dach sowohl von der Hausarztmedizin als auch bei schweren Erkrankungen und Verletzungen vom Angebot der universitären Notfallmedizin profitieren.
Die Hausärztliche Notfallpraxis am Universitätsspital Basel wird an den Werktagen jeweils von 17.00 Uhr bis 23.00 Uhr sowie an den Wochenenden und Feiertagen von 09.00 Uhr bis 23.00 Uhr betrieben.
Nutzen Sie den Eingang des Notfallzentrums am Petersgraben 2, um zur Hausärztlichen Notfallpraxis zu gelangen.
Seniorenfreundliches Notfallzentrum
Die Anzahl älterer Patientinnen und Patienten im Notfallzentrum nimmt kontinuierlich zu und macht mittlerweile rund ein Drittel aller Behandlungen aus. Entsprechend orientieren wir uns an den Empfehlungen des American College of Emergency Physicians (ACEP) für seniorenfreundliche Notfallzentren. Neben gezielten Schulungen des Personals wurden auch Prozesse, Behandlungsleitlinien und die strukturellen Rahmenbedingungen unseres Notfallzentrums angepasst. Seit 2024 ist unser Notfallzentrum als erstes ausserhalb der Vereinigten Staaten durch die ACEP mit dem Gold Level I als seniorenfreundliche Notaufnahme zertifiziert. Ziel ist eine qualitativ hochwertige, bedarfsgerechte und individuelle Versorgung älterer Patientinnen und Patienten durch enge interprofessionelle Zusammenarbeit, die sich an neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen orientiert.
Patientenbegleitung im Notfallzentrum
Lange Wartezeiten sind eine bekannte Herausforderung im Notfallzentrum und oft unvermeidbar. Was jedoch häufig unterschätzt wird, ist ihre emotionale Auswirkung.
Um diesem Bedürfnis gezielt zu begegnen, wurde im Jahr 2023 die Patientenbegleitung eingeführt. Diese neue, nicht-klinische Rolle unterstützt Patientinnen, Patienten und Angehörige im Wartebereich des Notfallzentrums persönlich und schafft Orientierung, Vertrauen und Entlastung.
Die Patientenbegleitung besteht aus sorgfältig ausgewählten Fachpersonen mit Erfahrung, gezielter Schulung und einer ruhigen, präsenten Ausstrahlung. Sie nehmen sich Zeit für Gespräche, bieten emotionale Unterstützung während längerer Wartezeiten, erklären verständlich den Triage-Prozess und geben Orientierung zu Abläufen, nächsten Schritten und Ansprechpersonen. Zudem erkennen sie frühzeitig Belastungssignale und helfen, Spannungen zu deeskalieren, bevor diese zum Problem werden. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Entlastung von Pflegefachpersonen und Ärztinnen und Ärzten.
Um eine gleichbleibend hohe Qualität sicherzustellen, wurde ein strukturiertes Online-Schulungsmodell mit Schwerpunkt auf Kommunikation, Deeskalation und den Abläufen im Notfallzentrum entwickelt. Bei der Patientenbegleitung handelt es sich bewusst nicht um Freiwillige, sondern um speziell geschulte Fachpersonen, für die diese Aufgabe mehr als ein Beruf ist. Es ist eine Möglichkeit, in einer herausfordernden Situation spürbar etwas zu bewirken.
Für dieses Projekt wurde die Patientenbegleitung bei den «Inspiration Days 2025» von «walkerproject» mit dem ersten Platz ausgezeichnet. Die Auszeichnung würdigt das Engagement der Mitarbeitenden, die als empathische Ansprechpersonen mit Zeit für Fragen und Anliegen zur Verfügung stehen und so die Qualität der Notfallversorgung nachhaltig verbessern.
Ihre Fragen – unsere Antworten
Wie muss ich mich bei einem Notfall verhalten?
- Versuchen Sie, möglichst ruhig und besonnen zu handeln.
- Bringen Sie sich selbst und andere in Sicherheit.
- Wählen Sie den Notruf 144
- Beantworten Sie die folgenden Fragen
- Wo ist es passiert?
- Was ist passiert?
- Wie viele Personen sind betroffen?
- Befolgen Sie anschliessend die Anweisungen der Notrufzentrale.
- Warten Sie auf Rückfragen.
- Bleiben Sie am Ort des Geschehens und lassen Sie verletzte oder erkrankte Personen nicht alleine.
Wie viele Patientinnen und Patienten behandelt das Universitätsspital Basel pro Jahr im interdisziplinären Notfallzentrum?
Wir behandeln jedes Jahr über 60'000 Patientinnen und Patienten.
Ich vermisse jemanden. Wo erhalte ich Auskunft?
In diesem Fall wenden Sie sich bitte an die Polizei.
Wir dürfen Ihnen am Telefon keine Auskunft darüber geben, ob sich eine von Ihnen gesuchte Person im Spital befindet, weil wir Ihre Identität nicht überprüfen können.
Ich möchte Auskunft über eine Patientin oder einen Patienten. An wen muss ich mich wenden?
Bitte wenden Sie sich direkt an die Patientin oder den Patienten.
Wir erteilen nur dann stellvertretend Auskunft, wenn Sie von der Patientin oder vom Patienten vorgängig als Bezugsperson bezeichnet wurden und die Patientin oder der Patient selbst keine Auskunft geben kann.
Muss ich Geld mitbringen?
Nein.
Als Patientin oder Patient erhalten Sie von uns alle notwendigen Dinge für Ihren Aufenthalt.
Falls Sie dennoch Bargeld mitnehmen möchten, bitten wir Sie, maximal 100 CHF mitzubringen.
Kann ich meinen Laptop oder mein Natel bei Ihnen benutzen?
Beides ist möglich.
Wir bieten unseren Patientinnen und Patienten einen kostenlosen Zugang zu unserem ungeschützten Gast-WLAN an. Bitte erkundigen Sie sich bei unseren Mitarbeitenden, die Ihnen gerne weitere Auskünfte geben.
Auch Ihr Natel dürfen Sie bei uns benutzen. Wir bitten Sie jedoch, Ihr Natel auf lautlos zu stellen. Angehörige bitten wir, Telefongespräche in der Wartezone zu führen.
Sind Kinder im Notfallzentrum erlaubt?
Es steht Ihnen frei, Ihr Kind mitzubringen.
Bitte bedenken Sie jedoch, dass das Notfallzentrum kein Spielplatz ist. Ihr Kind muss die ganze Zeit bei Ihnen bleiben und darf sich nicht unbeaufsichtigt im Notfallzentrum bewegen.
Bitte seien Sie sich bewusst, dass Kinder bei uns mit Situationen und Bildern konfrontiert werden können, die sie nicht verstehen oder die ihnen Angst machen können.
Wir empfehlen Ihnen daher, Ihr Kind wenn möglich bei einer Person Ihres Vertrauens unterzubringen, bevor Sie zu uns kommen.
Wo kann ich mich verpflegen?
Patientinnen und Patienten werden von uns verpflegt.
Als Angehörige oder Angehöriger haben Sie die Möglichkeit, sich an den kostenpflichtigen Snackautomaten zu bedienen. Wenn Sie eine warme Mahlzeit wünschen, können Sie im zweiten Stock unseres Gebäudes die Cafeteria besuchen.
Wo kann ich mein Auto parken?
Kostenlose Parkplätze stehen in der Nähe des Spitals nicht zur Verfügung.
Bitte nutzen Sie das Cityparking. Die Einfahrt befindet sich in der Schanzenstrasse.
Wir empfehlen Ihnen die Anreise mit dem öffentlichen Nahverkehr.
Die Haltestelle heisst Universitätsspital.
Ich bringe mit dem Fahrzeug eine Patientin oder einen Patienten. Wo muss ich hinfahren?
Handelt es sich um eine Notfallpatientin oder einen Notfallpatienten, können Sie die Notfalleinfahrt an der Spitalstrasse benutzen. Das Fahrzeug muss anschliessend ohne Verzögerung an einem anderen Ort parkieren.
Für alle anderen Anfahrten nutzen Sie bitte die Haltebucht vor dem jeweiligen Eingang.
Ich bin als Patient*in bei Ihnen. Kann man mich im Notfallzentrum besuchen?
Nach Möglichkeit dürfen Angehörige und Begleitpersonen bei der Behandlung anwesend sein. Für viele Patientinnen und Patienten ist ihre Anwesenheit eine wertvolle Unterstützung. Bei wichtigen Behandlungsentscheidungen beziehen wir die Angehörigen, wenn möglich, mit ein. Aufgrund der räumlichen Gegebenheiten kann maximal eine Person pro Patientin oder Patient anwesend sein. Auskünfte erteilen wir nur mit dem Einverständnis der Patientinnen und Patienten.
Darf ich als Patientin, als Patient essen und trinken?
Grundsätzlich ist Essen und Trinken erlaubt. Es gibt jedoch Ausnahmen und Einschränkungen.
Für gewisse Untersuchungen müssen Sie nüchtern sein.
Bei bestimmten Krankheitsbildern ist eine angepasste Ernährung erforderlich oder die Trinkmenge muss eingeschränkt werden.
Wenn Sie als Angehörige oder Angehöriger einer Patientin oder einem Patienten etwas zu essen oder zu trinken geben möchten, erkundigen Sie sich bitte vorgängig bei der zuständigen Pflegefachperson.
Was muss ich für eine Behandlung bei Ihnen mitbringen?
Wir sind Ihnen dankbar, wenn Sie an folgende Dinge denken, da Sie uns damit die Arbeit erheblich erleichtern und helfen können, Ihren Aufenthalt bei uns zu verkürzen.
- Versicherungskarte und Bestätigung über mögliche Zusatzversicherungen.
- Impfausweis
- Eine aktuelle Liste der Medikamente mit Dosierung, welche Sie zurzeit regelmässig einnehmen müssen.
- Einige Medikamente haben wir nicht vorrätig. Bitte bringen Sie wichtige Medikamente unbedingt von zu Hause mit.
- Wenn Sie zu Hause von der Spitex versorgt werden, bringen Sie bitte auch die Spitexmappe mit.
- Benötigen Sie Hilfsmittel wie zum Beispiel eine Brille, ein Hörgerät oder eine Gehhilfe ist es von Vorteil, diese Gegenstände mitzubringen. Wenn Sie Kontaktlinsen tragen, sollten Sie auch an die Kontaktlinsenflüssigkeit und ein entsprechendes Aufbewahrungsbehältnis denken.
Hat meine Versicherungsklasse einen Einfluss auf die Behandlung?
Im Notfallzentrum spielt Ihre Versicherungsklasse bei der Behandlung eine untergeordnete Rolle.
Jede Patientin und jeder Patient wird innerhalb der jeweiligen Triagekategorie gleich behandelt.
Bei einem stationären Aufenthalt hat die Versicherungsklasse Einfluss, zum Beispiel auf die Zimmerkategorie oder die ärztliche Betreuung.
Wenn Sie stationär bleiben müssen, spielt Ihre Versicherungsklasse eine Rolle.
Die Versicherungsklasse wirkt sich zum Beispiel darauf aus, ob Sie in einem Einzelzimmer untergebracht werden oder ob Sie von einer Chefärztin oder einem Chefarzt einer Abteilung behandelt werden.
Weitere Auskünfte zu den Zusatzleistungen erteilt Ihnen gerne die Patientenadministration.
Sie erreichen die Patientenadministration über die Telefonzentrale unter der Nummer +41 61 265 25 25.
Wie wird Behandlungsreihenfolge festgelegt?
Für jede Patientin, jeden Patient erheben wir eine Behandlungspriorität anhand eines Triagealgorithmus.
Wir nutzen hierfür den Emergency Severity Index (ESI).
Für jede Patientin und jeden Patienten wird anhand eines Triagealgorithmus eine Behandlungspriorität festgelegt.
Wir verwenden dafür den Emergency Severity Index (ESI).
Innerhalb einer Triagekategorie versuchen wir, die Patientinnen und Patienten entsprechend ihrer Ankunftszeit zu behandeln. Dennoch kann es zu Abweichungen kommen. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn sich der Gesundheitszustand einer Person plötzlich verschlechtert oder für die Behandlung ein spezieller Raum benötigt wird.
Machen Sie Hausbesuche?
Nein. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Notfallzentrums machen keine Hausbesuche.
Kontaktieren Sie zu diesem Zweck Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt oder die Medizinische Notrufzentrale.
Sie erreichen die Medizinische Notrufzentrale unter der Nummer +41 61 261 15 15.
Handelt es sich um einen Notfall, müssen Sie den Notruf 144 wählen.
Woher weiss ich, ob mein gesundheitliches Problem ein Notfall ist?
Es gibt kein allgemeingültiges Patentrezept.
Sie sind dann eine Notfallpatientin oder ein Notfallpatient, wenn Sie sich selbst so fühlen.
Im Zweifelsfall können Sie sich telefonisch bei der Medizinischen Notrufzentrale beraten lassen. Die Nummer lautet +41 61 261 15 15.
Ich habe keine Hausärztin oder Hausarzt. Kann ich mich bei Ihnen behandeln lassen?
Wir wissen, dass viele Menschen keine Hausärztin oder keinen Hausarzt haben. Grundsätzlich behandeln wir jede Person, die unser Angebot in Anspruch nimmt. Je nach Dringlichkeit kann es jedoch zu längeren Wartezeiten kommen.
Unter der Woche können Sie sich auch an die Medizinische Poliklinik des Universitätsspitals Basel wenden.
In den Abendstunden betreiben wir gemeinsam mit der Medizinischen Gesellschaft die Hausärztliche Notfallpraxis (HNP).
Aus Zeitmangel kann ich nicht zu meiner Hausärztin, zu meinem Hausarzt. Kann man bei Ihnen auch Termine machen?
Es ist leider nicht möglich, einen Behandlungstermin zu vereinbaren.
Gemeinsam mit der Medizinischen Gesellschaft bieten wir in unseren Räumlichkeiten die Hausärztliche Notfallpraxis an. Auch dort werden keine Termine vergeben, die Wartezeit ist jedoch häufig kürzer als im Notfallzentrum.
Die Entscheidung, ob Sie im Notfallzentrum oder in der Hausärztlichen Notfallpraxis behandelt werden, trifft die Triage.
Wie lange dauert die Behandlung bei Ihnen?
Die Dauer der Behandlung hängt von vielen Faktoren ab und ist daher schwer vorherzusagen.
Einige Patientinnen und Patienten können das Notfallzentrum nach wenigen Minuten wieder verlassen, andere erst nach mehreren Stunden.