Evidente PSMA-Radioligandentherapie
Die von der radiopharmazeutischen Chemie des USB hergestellte und in unserer Nuklearmedizin eingesetzte Substanz [¹⁷⁷Lu]Lu-PSMA-I&T konnte als wirksame und gut verträgliche Behandlung bei fortgeschrittenem, metastasiertem, therapieresistentem Prostatakrebs bestätigt werden.
2026-09-06, 14:17 Uhr
In der soeben in Lancet Medical Imaging & Theranostics erschienenen prospektiven Studie haben wir den multizentrischen Einsatz von [¹⁷⁷Lu]Lu-PSMA-I&T zur Behandlung von (vielfach vorbehandeltem) fortgeschrittenem, metastasiertem, kastrationsresistentem Prostatakrebs in der Schweiz evaluiert.
[¹⁷⁷Lu]Lu-PSMA-I&T wird in der radiopharmazeutischen Chemie des USB hergestellt und von unserer Nuklearmedizin für die Radioligandentherapie von Patienten mit fortgeschrittenem Prostatakrebs eingesetzt (bei dieser Therapie dockt ein Bindungs- und Transportmolekül/Ligand mit radioaktivem Lutetium-177 an den Zielrezeptor, das PSMA: prostataspezifisches Membranantigen, auf der Oberfläche der Krebszelle an). [¹⁷⁷Lu]Lu-PSMA-I&T stellt bei Patienten mit fortgeschrittenem Prostatakarzinom eine kosteneffizientere Alternative zur kommerziell verfügbaren Radioligandentherapie dar.
Insgesamt wurden 333 Patienten zwischen 2020 und 2024 behandelt und über ca. 12 Monate hinweg beobachtet. 198 Patienten zeigten ein Ansprechen (64%) im Sinne einer PSA (Tumormarker)-Reduktion und 137 Patienten (45%) sogar eine PSA-Reduktion von 50%.
Gleichzeitig erwies sich die Therapie als gut verträglich. Bei einem Teil der Patienten kam es zu Veränderungen der Blutwerte, insbesondere zu einem Abfall der Lymphozyten, indes wurden keine schweren Nierentoxizitäten und keine Nebenwirkungen höherer Schweregrade beobachtet.
Mit der Studie konnte in der klinischen Routine gezeigt werden, dass die PSMA-gerichtete Radioligandentherapie mit [¹⁷⁷Lu]Lu-PSMA-I&T, die weltweit zunehmend eingesetzt wird, auch dann eine wirksame und gut verträgliche Option ist, wenn andere Therapien nicht mehr ausreichend wirken.
Die Ergebnisse bestätigen die Evidenz von [¹⁷⁷Lu]Lu-PSMA-I&T und die Bedeutung der zuverlässigen Herstellung bzw. qualitätsgesicherten Anwendung von [¹⁷⁷Lu]Lu-PSMA-I&T.
Gleichzeitig zeigen sie den klinischen Nutzen der interdisziplinären Zusammenarbeit: Die Studie wurde von der Schweizerischen Gesellschaft für Nuklearmedizin durchgeführt mit dem Basler Team als Initianten und Leiter: Nuklearmedizin: Dr. Alin Chirindel, PD Dr. Guillaume Nicolas, Prof. Dr. Damian Wild; Radiopharmazeutische Chemie: Andreas Bauman; Onkologie: Prof. Dr. Frank Stenner, Prof. Dr. Arnoud J. Templeton; Urologie: Cyrill A. Rentsch; Departement klinische Forschung: Dr. Michael Coslovsky, Dr. Valentin Klotzbücher
Evidente Vorher-Nachher-Bildgebung: Die PSMA-PET/CT eines 66-jährigen Patienten mit vielfach vorbehandeltem fortgeschrittenem, metastasiertem, kastrationsresistentem Prostatakrebs vor und 13 Monate nach dem Start der [¹⁷⁷Lu]Lu-PSMA-I&T-Therapie zeigt das gute Ansprechen auf die nun untersuchte PSMA-Radioligandentherapie.