Neue Erkenntnisse in der personalisierten Immuntherapie TIL gegen fortgeschrittenem Melanom

Die erste randomisierten Phase 3 Studie zeigt, wie die TIL-Therapie vergleichsweise das Progressionsfreie Überleben (PFS) bei fortgeschrittenem Melanom deutlich verbessert. Diese neuartige Therapiemethode wurde am Unispital Basel bereits vor 2 Jahren eingeführt und bietet für die oftmals jungen Patienten eine neue Hoffnung.

2022-11-17 , 18:04 Uhr

Tumor infiltrierende Lymphozyten (TILs) als patienteneigenes Therapieverfahren ist für solide Tumore wie zum Beispiel beim schwarzen Hautkrebs (Melanom) etabliert worden. Sie erlauben, von Patientinnen und Patienten T-Zellen gegen den Tumor zu gewinnen, die in einem zweiten Schritt dann vermehrt und letztlich der Patientin oder dem Patienten im Sinne einer personalisierten Immuntherapie zurückgegeben werden.

 

Die Zelltherapie mit TIL gilt als eine vielversprechende Behandlungsmethode mit Ansprechraten (RR) von 36-70% bei Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittenem Melanom. Dies wurde in mehreren Phase 1 und 2 Studien beobachtet, wobei bis dato keine Daten aus Phase 3 Studien verfügbar waren, um die Rolle von TIL im aktuellen Behandlungsumfeld zu untersuchen.

 

Eine neue Studie aus den Niederlanden und Dänemark mit Forschenden rundum John Haanen untersuchte den Effekt der TIL-Therapie im Vergleich zur Immuncheckpoint-Inhibitor basierten Immuntherapie in einer randomisierten Phase 3 Studie. Das Ergebnis ihrer Studie zeigt, wie die TIL-Therapie vergleichsweise das Progressionsfreie Überleben (PFS) von Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittenem Melanom deutlich verbessert.

 

Das Universitätsspital Basel (USB) bietet seit 2020 diese TIL-Therapie für Patientinnen und Patienten mit schwarzem Hautkrebs (Melanom), welche auf Standardtherapien nicht ansprechen, an. Das TIL-Programm am USB wurde durch die Forschungsgruppe von Prof. Heinz Läubli ins Leben gerufen. Die Infusion der Zellen findet in der Klinik auf der Isolierstation der Hämatologie unter der Leitung von Prof. Jakob Passweg statt, welche die meisten allogenen Stammzelltransplantationen in der Schweiz durchführt und hat extensive Erfahrung mit zellulären Therapien inklusive der Behandlung mit sogenannten CAR T Zellen.

 

Zelltherapien gehören zur Erfolgsgeschichte des Universitätsspitals Basel, zum Beispiel bei der Stammzelltransplantation und Organtransplantation. Für die Medizin der Zukunft will das Unispital Basel im Rahmen seiner Innvotions Foci das Angebot an innovativen Zelltherapien ausbauen und weiterentwickeln, um neuartige Therapieformen für die Patientinnen und Patienten in der Region und in der ganzen Schweiz anzubieten.

Ihre Ansprechpartner

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Prof. Jakob Passweg

Chefarzt

Hämatologie

Zentrum für Stammzelltransplantation

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Prof. Heinz Philipp Läubli

Leitender Arzt

Onkologie

Mitglied Tumorzentrum