Zwei Personen schauen sich Daten auf einem Computerbildschirm an

Zelltherapien

Zelltherapien gehören seit vielen Jahren zur Erfolgsgeschichte des USB, etwa in der Stammzelltransplantation und Organtransplantation. Auf dieser langjährigen Expertise aufbauend wurde der Innovations-Fokus Zelltherapien 2020 ins Leben gerufen. Ziel dieses interdisziplinären Förderprogramms war es, innovative Zelltherapien zur Behandlung von Krebs- und Infektionskrankheiten von der Forschung in die klinische Anwendung zu überführen und Patientinnen und Patienten frühzeitig Zugang zu neuen Behandlungsformen zu ermöglichen.

 

Im Rahmen des Innovations-Fokus arbeiteten Kliniker*innen und Forschende aus Onkologie, Hämatologie, Infektiologie und Nephrologie auf einer gemeinsamen translationalen Plattform zusammen. Dabei wurden neue Therapieansätze entwickelt, klinische Studien aufgebaut, Herstellungsprozesse etabliert und innovative Zelltherapien erstmals in der Schweiz angewendet.

Von der Forschung in die klinische Anwendung

In den fünf Jahren des Programms konnten zahlreiche Meilensteine erreicht werden. Mehr als 120 Patientinnen und Patienten wurden mit innovativen Zelltherapien behandelt, teilweise mit Verfahren, die erstmals in der Schweiz angewendet wurden. Dazu zählen virusspezifische T-Zellen (VST) zur Behandlung schwerer Virusinfektionen nach Transplantationen, Tumor-infiltrierende Lymphozyten (TIL) für Patient*innen mit fortgeschrittenen soliden Tumoren, natürliche Killerzellen (NK-Zellen) sowie CAR-T-Zelltherapien für Blut- und Lymphdrüsenkrebs.

 

Parallel dazu wurde die Infrastruktur für die Herstellung sogenannter Advanced Therapy Medicinal Products (ATMP) ausgebaut und modernisiert. Dadurch kann das USB innovative Zelltherapien zunehmend selbst entwickeln und herstellen.

Vom Innovations-Focus zum UZTI

Die im Innovations-Focus aufgebauten Strukturen, Kompetenzen und Therapieprogramme bildeten die Grundlage für einen nachhaltigen Ausbau dieses Bereichs. Deshalb wurde per 1. Januar 2025 das Universitäre Zentrum für Zelltherapie und Immunmodulation (UZTI) gegründet.

 

Das UZTI bündelt heute die klinische Expertise, Forschung, Herstellung und Weiterentwicklung innovativer Zell- und Gewebetherapien am Universitätsspital Basel. Es schafft die Voraussetzungen, um neue Therapien sicher, effizient und wirtschaftlich von der Forschung in die klinische Versorgung zu überführen und Patientinnen und Patienten dauerhaft zugänglich zu machen. Gleichzeitig treibt das Zentrum die Entwicklung neuer Zelltherapien für Krebs-, Infektions-, Autoimmun- und Transplantationserkrankungen weiter voran und stärkt damit die Position des Universitätsspitals Basel als führendes Kompetenzzentrum in diesem Bereich.

Erfolge des Innovations-Fokus Zelltherapien 2020–2025

  • Über 120 Patientinnen und Patienten mit innovativen Zelltherapien behandelt
  • Erste Anwendungen mehrerer Zelltherapien in der Schweiz
  • Ausbau der eigenen GMP-Herstellungsinfrastruktur für Zelltherapien
  • Entwicklung des ersten in der Schweiz hergestellten CAR-T-Zellprodukts
  • Aufbau des Basel Cell Therapy Symposium als internationale Plattform

Prinzipien der Zelltherapien

Ein schrittweiser Prozess, der sich folgendermassen zusammenfassen lässt:

 

  • Entnahme von Zellen entweder von Patient*innen oder gesunden Spenderpersonen
  • Verarbeitung: Selektion/Anreicherung/genetische Veränderung der entnommenen Zellen 
  • Dieses Verfahren kombiniert Gentherapie und Zelltherapie (auch Ex-vivo-Gentherapie genannt)
  • Infusion der Zellen in die Patientin, den Patienten

 

Das Angebot an innovativen Zelltherapien wird stetig weiterentwickelt, um unseren Patient*innen neue Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen.

Verschiedene Zelltherapien für unterschiedliche Krankheiten

  • Tumorinfiltrierende Lymphozyten (TIL) und chimäre Antigenrezeptor-T-Zellen (CAR-T-Zellen) werden gegen solide Tumore eingesetzt
  • Virusspezifische T-Zellen (VST) werden zur Bekämpfung von Infektionen bei immunologischen Risikopatient*innen, insbesondere nach Organtransplantationen, eingesetzt
  • Natürliche Killerzellen (NK) und CAR-T-Zellen werden gegen hämatologische Krebserkrankungen eingesetzt