Krebsimmuntherapie: Neue Initiativen im Kampf gegen Blutkrebs

Am Universitätsspital Basel (USB) untersucht ein Forschungsteam, wie sich Leukämiezellen dem Angriff des Immunsystems entziehen können. Diese Forschungsarbeit wurde soeben vom Europäischen Forschungsrat (ERC) anerkannt und könnte für die Immuntherapie von anderen Krebsarten wegweisend sein.

2026-09-03, 12:00

Eine Stammzelltransplantation von einer Spenderin oder einem Spender ist häufig erforderlich, um akute myeloische Leukämie (AML) zu heilen. Dabei bekämpfen die neuen Immunzellen der spendenden Person die Leukämiezellen. Das ist der sogenannte Transplantat-gegen-Leukämie-Effekt. Dennoch erleiden einige Krebspatientinnen und Krebspatienten einen Rückfall, der sich häufig nicht mehr beherrschen lässt.  

 

Bioaktive Fettstoffe als Verbündete von Tumorzellen 

 

Das Forschungsprojekt LIFE mit einem Team rund um Prof. Apostolova untersucht, wie sich Leukämiezellen dem Immunsystem entziehen können. Erste Ergebnisse zeigen, dass vorangegangene Chemotherapie dazu führt, dass Leukämiezellen vermehrt bestimmte biologisch aktive Fettstoffe bilden. Diese Fettstoffe, zum Beispiel die Phosphatidsäure und die Oxylipine, könnten den Leukämiezellen dabei als eine Art Verteidiger dienen und sie vor dem Angriff der heilenden Immunzellen abschirmen. Ziel des Projekts ist es, diese Schutzmechanismen besser zu verstehen und gezielt auszuschalten, damit der Transplantat-gegen-Leukämie-Effekt wirkt und so die Überlebenschance der Personen mit einem Rückfall verbessert. Die Erkenntnisse könnten langfristig über die Leukämieforschung hinaus zeigen, wie bioaktive Lipide das Zusammenspiel von Tumoren und Immunsystem beeinflussen. 

 

Forschung, die direkt am Patientenbett ankommt 

 

Prof. Petya Apostolova ist Leitende Ärztin in der Hämatologie und Forschungsgruppenleiterin an der Universität Basel. Als Forschende und Ärztin behandelt sie ihre Patientinnen und Patienten mit hämatologischen Erkrankungen am Krankenbett und betreibt parallel experimentelle Forschung. Diese enge Verbindung von Klinik und Wissenschaft sorgt dafür, dass neue Erkenntnisse nicht in der Theorie stehen bleiben, sondern langfristig direkt den Patientinnen und Patienten zugutekommen. Die internationale Bedeutung dieser Arbeit wird durch den Europäischen Forschungsrats (ERC) honoriert und mit 1.5 Mio Euro gefördert. 

 

Mit einem weiteren ERC Starting Grant wird auch die Forschung von Prof. Karen Dixon von der Medizinischen Fakultät der Universität Basel ausgezeichnet. In ihrem Projekt NeuroCAN untersucht sie, wie das Nervensystem die Immunantwort bei Lungenkrebs beeinflusst und ob sich diese Wechselwirkungen künftig therapeutisch nutzen lassen. 

 

Gezielter Vorstoss in der Krebstherapie 

 

Die heutigen Behandlungsmöglichkeiten reichen oft nicht aus, um einem Rückfall vorzubeugen oder ihn zu verhindern. Genau in dieser Lücke setzt dieses Beispiel der Forschungsarbeit an und zeigt, wie die Klinik und Forschung eng verzahnt einen direkten Mehrwert für die Patientinnen und Patienten leisten kann. Die langfristige Vision des Forschungsteams ist, dass die Erkenntnisse dieser Arbeit weit über die Leukämiebehandlung hinauswirken und auch der Behandlung anderer Krebserkrankungen zugutekommen. Damit steht diese Forschungsarbeit exemplarisch für die Stossrichtung, mit der das USB die Onkologie in der Region weiterentwickelt, von international vernetzter Forschung bis zum neuen Comprehensive Cancer Center, das am Standort Clara entsteht.

Petya Apostolova

Die Preisträgerin: Petya Apostolova, Leitende Ärztin in der Hämatologie und Forschungsgruppenleiterin an der Universität Basel

Medienauskunftsstelle

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Caroline Johnson

Mediensprecherin

Direktionsstab / Kommunikation & Medien

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