Dank neuem Blutmarker den Verlauf von Multipler Sklerose besser erkennen
Eine neue Studie von Forschenden des Universitätsspitals Basel, der Universität Basel und internationalen Partnern zeigt, dass ein neuer Blutmarker künftig helfen könnte, das Fortschreiten von Multipler Sklerose (MS) besser zu erkennen.
2026-08-05, 10:00
Krankheitsentwicklung frühzeitig erkennen
Multiple Sklerose verläuft bei jedem Menschen anders. Moderne Therapien können Schübe heute oft wirksam verhindern. Dennoch kann die Erkrankung auch ohne Schübe schleichend fortschreiten. Für die Behandlung ist es deshalb wichtig, solche Veränderungen möglichst früh zu erkennen und Therapien individuell anzupassen.
Bereits heute steht ein Blutmarker zur Verfügung, der vor allem Nervenzellschäden infolge entzündlicher Krankheitsaktivität erfasst. Ein Biomarker, der das schubunabhängige Fortschreiten der Erkrankung zuverlässig abbilden kann, fehlt bisher.
Ein Forschungsteam des Forschungszentrums für Klinische Neuroimmunologie und Neurowissenschaften Basel (RC2NB) des Universitätsspitals Basel (USB) und der Universität Basel untersucht neue Möglichkeiten, den Krankheitsverlauf besser einzuschätzen. Die Leitung liegt bei Prof. Jens Kuhle, Leiter des Multiple-Sklerose-Zentrums und der Neuroimmunologie am USB. Im Mittelpunkt der Forschung steht der Blutmarker GFAP. Die Studie zeigt, dass dieser Marker zusätzliche Hinweise auf ein schleichendes Fortschreiten der Erkrankung liefern kann. Zusammen mit bereits bekannten Blutmarkern könnte GFAP künftig ein umfassenderes Bild des Krankheitsverlaufs ermöglichen.
Potenzial für Behandlung und Forschung
Die Forschenden sehen in GFAP grosses Potenzial sowohl für die Betreuung von Menschen mit MS als auch für die Entwicklung neuer Therapien. Wenn künftig besser erkannt werden kann, welche Personen ein erhöhtes Risiko für ein Fortschreiten der Erkrankung haben, könnten Behandlungen gezielter angepasst und neue Therapieansätze effizienter untersucht werden.
Auch Veränderungen des GFAP-Werts während einer Behandlung könnten künftig helfen, den weiteren Krankheitsverlauf besser einzuschätzen. Laut Dr. Maximilian Einsiedler, Erstautor, ist die Studie ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer stärker personalisierten Medizin bei Multipler Sklerose. Blutbasierte Biomarker wie GFAP könnten künftig dazu beitragen, den Krankheitsverlauf besser zu überwachen, Therapieentscheidungen zu unterstützen und die Entwicklung neuer Behandlungen gegen das Fortschreiten der Erkrankung voranzutreiben.
Mehr zum Thema finden Sie auf der Webseite des Departementes für Klinische Forschung der Universität Basel
Prof. Jens Kuhle
Stv. Chefarzt
Neurologie
Leiter Multiple Sklerose Zentrum und Neuroimmunologie