Neue Technologie vom IOB eröffnet therapeutische Wege zur Behandlung von neurodegenerativen Krankheiten wie Parkinson oder Alzheimer

Forschende am Institut für Molekulare und Klinische Ophthalmologie Basel (IOB) unter der Leitung von Botond Roska haben mit «MitoCatch» eine Technologie entwickelt, die geschädigten Zellen gezielt gesunde Mitochondrien zuführen kann. Der Ansatz eröffnet neue therapeutische Perspektiven für bislang kaum behandelbare neurodegenerative Erkrankungen wie Parkinson oder Alzheimer.

2026-04-21, 11:15

Forschende unter der Leitung von Prof. Botond Roska am Institut für Molekulare und Klinische Ophthalmologie Basel (IOB ) haben mit «MitoCatch» eine neuartige Technologie entwickelt, die geschädigten Zellen gezielt gesunde Mitochondrien zuführen kann. Mitochondrien sind winzige Zellbestandteile und als Kraftwerke des menschlichen Körpers entscheidend für die Energieproduktion. Sie spielen eine zentrale Rolle bei bislang unheilbaren Erkrankungen wie Parkinson, Alzheimer, Sehnervenschäden und Herzinsuffizienz.

 

Bisherige Versuche, gesunde Mitochondrien in geschädigte Zellen zu bringen, waren bisher wenig effizient. MitoCatch ändert das. Mittels gentechnischer Proteinbinder können gesunde Mitochondrien gezielt in diejenigen Zellen gebracht werden, die am stärksten von der Krankheit betroffen sind. Dafür kommen drei Ansätze zum Einsatz:  Binder auf der Zelloberfläche (MitoCatch-C), an den Mitochondrien befestigte Binder (MitoCatch-M) und bispezifische Binder, die Mitochondrien mit der Zelloberfläche verbinden (MitoCatch-Bi).

 

Die Forschenden am IOB konnten durch die gezielte Anpassung dieser Binder steuern, wie effizient und selektiv die Mitochondrien verschiedene Zelltypen, wie Nerven-, Netzhaut-, Herz- und Immunzellen, erreichen. Einmal angekommen, blieben sie funktionstüchtig und integrierten sich in die Zellen, was für das normale Energiemanagement einer Zelle entscheidend ist.

 

Mit MitoCatch könnte erstmals eine präzise und effiziente Mitochondrientherapie möglich werden. Der innovative Ansatz eröffnet neue Perspektiven für die Behandlung zahlreicher Erkrankungen, die bisher kaum therapierbar sind.

 

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