Neue Erkenntnisse zu Vorhofflimmern in Fachjournal Circulation publiziert

Ein Forschungsteam des Universitätsspitals Basel und der Charité Berlin hat im Rahmen der Schweizer Swiss-AF-Studie neue Erkenntnisse gewonnen. Sie könnten helfen, besser zu verstehen, warum manche Menschen mit Vorhofflimmern über die Jahre stärker von sogenannten «stillen» Hirnveränderungen und kognitivem Abbau betroffen sind.

2026-08-26, 10:00

Eine neue Analyse von Daten der Schweizer Swiss-AF-Studie zeigt einen möglichen Zusammenhang zwischen einer bislang wenig beachteten genetischen Veränderung im Blut und der langfristigen Entwicklung des Gehirns bei Menschen mit Vorhofflimmern. Die Ergebnisse wurden im renommierten Fachjournal Circulation veröffentlicht. 

 

Im Mittelpunkt der Analyse steht die sogenannte klonale Hämatopoese (CHIP). Dabei verändern sich im Laufe des Lebens einzelne blutbildende Zellen genetisch und vermehren sich stärker als andere. CHIP ist bei älteren Menschen relativ häufig und tritt meist auf, ohne dass eine Blutkrebserkrankung vorliegt. 

 

Für die aktuelle Analyse hat Dr. Pascal B. Meyre (Kardiologie, Universitätsspital Basel und PHRI Hamilton, Kanada) unter der Leitung von Prof. Michael Kühne (Vorsitzender Herzzentrum Universitätsspital Basel) und Prof. Ingo Hilgendorf (Charité Berlin) bereits vorhandene Daten der Swiss-AF-Studie ausgewertet. Dabei zeigte sich, dass Patientinnen und Patienten mit Vorhofflimmern und CHIP häufiger kleine, meist unbemerkte Veränderungen im Gehirn aufwiesen. Dazu gehören beispielsweise kleine Blutungen und Veränderungen der weissen Hirnsubstanz. Über einen Zeitraum von sieben Jahren zeigten sie zudem einen stärkeren Rückgang ihrer kognitiven Leistungsfähigkeit. 

 

Die Ergebnisse sind deshalb interessant, weil sie auf eine mögliche Verbindung zwischen Veränderungen im Blut, Gefäss- und Entzündungsprozessen und der langfristigen Gesundheit des Gehirns hindeuten. Sie könnten helfen, besser zu verstehen, warum manche Menschen mit Vorhofflimmern über die Jahre stärker von sogenannten «stillen» Hirnveränderungen und kognitivem Abbau betroffen sind. 

 

Die Studie zeigt einen Zusammenhang, beweist aber noch nicht, dass CHIP selbst die Hirnveränderungen oder den kognitiven Abbau verursacht. Die Ergebnisse liefern dennoch einen wichtigen Ansatzpunkt für weitere Forschung und die Frage, ob sich besonders gefährdete Patientinnen und Patienten künftig besser erkennen und möglicherweise gezielter behandeln lassen. 

 

Mehr Informationen zur Studie

Co-Leitung der Studie

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Prof. Michael Kühne

Leitender Arzt

Kardiologie

Elektrophysiologie / Vorsitz Herzzentrum

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