Drei junge Personen arbeiten gemeinsam am Computer: Eine Person mit Headset sitzt am Bildschirm und bedient die Maus, während zwei Kolleginnen danebenstehen, lächeln und unterstützend mitarbeiten; im Hintergrund fällt Tageslicht durch ein Fenster.

FAQ

Welche Berufslehren gibt es am USB? Wie kann sich mein Kind optimal auf das Bewerbungsgespräch vorbereiten? Gibt es Schnuppermöglichkeiten? Diese und weitere Fragen werden immer wieder gestellt  – hier unsere Antworten.

Allgemein

EBA? EFZ? Genau, das heisst «Eidgenössisches Berufsattest» respektive «Eidgenössisches Fähigkeitszeugnis».

 

Die EBA-Lehre ist eine 2-jährige Grundbildung und vor allem für die schulisch etwas Schwächeren gedacht. Die EBA-Lehre hat in vielen Berufen die ehemalige Anlehre ersetzt. Du kannst nach erfolgreichem Abschluss der EBA-Lehre – je nach Beruf und Leistung – direkt im 2. Lehrjahr der dazugehörigen EFZ-Lehre einsteigen. Du kannst also beispielsweise als Assistentin Gesundheit und Soziales EBA deine Karriere starten und dann mit einer Lehre als Fachfrau Gesundheit EFZ deine Grundausbildung abschliessen. Mit einem EFZ-Abschluss kannst du entweder direkt ins Berufsleben steigen oder eine Berufsmaturität machen und später an einer Fachhochschule studieren.

Ein Interesse am Beruf ist die Basis – nur wer Freude an seiner Arbeit hat, bleibt motiviert. Ebenso sollte man die Fähigkeiten mitbringen, die zum Beruf passen. Aufgrund der schnellen Veränderungen in der Berufswelt lohnt es sich, sein Fachwissen aktuell zu halten, sich mit KI zu befassen und auch die persönlichen und sozialen Kompetenzen laufend weiterzuentwickeln. 

Laut Domenica Mauch, Geschäftsführerin des grössten Schweizer Berufsbildungsportals  Yousty, werden künftig vor allem drei Bereiche an Bedeutung gewinnen:  Nachhaltigkeit, IT & Handwerk. Gleichzeitig verändern KI und weiteren Entwicklungen viele Berufsbilder. Grundsätzlich gilt: Je wichtiger ein Beruf für das Funktionieren unsere Gesellschaft ist, umso zukunftssicherer ist er. Entsprechend gewinnen Betreuungs- und Gesundheitsberufe weiter an Bedeutung. 

Die Berufslehre ist und bleibt das Fundament der Schweizer Arbeitswelt. Die Arbeitslosigkeit unter Menschen mit einem Berufsabschluss ist mit weniger als 3 % sehr tief, gleichzeitig sucht die Schweizer Wirtschaft in vielen Branchen händeringend nach gut ausgebildeten Fachkräften.  

Heute ist die Lehre jedoch nicht mehr der Endpunkt, sondern Ausgangspunkt. Der Arbeitsmarkt verändert sich schneller als früher, doch das Schweizer Bildungssystem i bietet zahlreiche Möglichkeiten, sich weiterzuentwickeln – sei es mit der Berufsmaturität, einem Studium an einer Fachhochschule oder einer Spezialisierung in einem neuen Fachgebiet. 

Auswertungen des Bundesamtes für Statistik für die Jahre 2022–2024 zeigen, dass Personen mit einer Berufslehre eine leicht tiefere Erwerbslosenquote haben als Personen mit einem Hochschulabschluss. Am besten schnitten Personen mit einem Abschluss der höheren Berufsbildung ab. 

Dennoch sollte man Lehre und Studium nicht gegeneinander ausspielen. Beide Wege bieten in unserem Bildungssystem sehr gute Karrieremöglichkeiten. Entscheidend ist, dass die Ausbildung zu den Interessen, Fähigkeiten und Bedürfnissen Ihres Kindes passt. Motivation und Freude am gewählten Beruf sind dabei die wichtigste Grundlage. 

Es gibt tausende offene Lehrstellen und gleichzeitig Jugendliche, die leer ausgehen. In der Fachwelt spricht man vom „Passungsproblem“. Die Lehrstellen sind da, aber sie passen oft nicht zu den Bewerbenden. Dafür gibt es drei Hauptgründe: Erstens den «Berufs-Mismatch», wenn Wunschberuf und Realität auseinandergehen. Zweitens geografische Hürden, weil offene Lehrstellen oft nicht dort sind, wo die Jugendlichen wohnen. Drittens setzen manche Betriebe die Anforderungen an die Schulnoten nach wie vor sehr hoch an. 

 

Es fehlen in der Schweiz also nicht grundsätzlich Lehrstellen, sondern die Flexibilität auf beiden Seiten. Jugendliche müssen offener werden gegenüber weniger bekannten Berufen z– und Lehrbetriebe sollten auch Bewerbenden mit schwächeren Noten eine Chance geben. 

Am besten ist es, transparent und proaktiv die Problematik zu erklären. Dann haben wir als Lehrbetrieb die Möglichkeit, besser einzuschätzen, wie es zu den Fehlstunden kam und warum das nicht zwingend ein Ausschlusskriterium für eine Lehre bei uns sein muss. 

Bewerbung

Sinn und Zweck des Bewerbungsgespräch ist es herauszufinden, ob Ihr Kind zu uns passt - und das USB zu den Vorstellungen Ihres Kindes. Hilfreich ist es, sich im Vorfeld Fragen zu stellen wie: Warum möchte ich diesen Beruf erlernen? Warum gerade am USB? Welche Stärken bringe ich für diesen Beruf mit?  

Das Gespräch vorgängig einmal gemeinsam zu üben, deutlich zu sprechen und den Gesprächspartner*innen offen zu begegnen, ist sicher von Vorteil. Eine gewisse Nervosität ist dabei ganz normal und dafür haben alle Beteiligten am USB-Verständnis. 

Es gibt Berufe, in denen die Schulnoten eine grössere Rolle spielen – zum Beispiel im KV oder in sehr theorieorientierten IT- und Tech-Berufen. Am USB zählt jedoch das Gesamtpaket: die Motivation und Begeisterung für den Beruf, das Engagement und die Leistung beim Schnuppern und natürlich auch die Arbeits- und Verhaltensnoten. Sie geben Aufschluss darüber, ob eine Jugendliche bzw. ein Jugendlicher zuverlässig ist und gut im Team arbeiten kann.  

Was, wie, wo und wann? Bei Fragen steht das Team der Ausbildung mit Rat und Tat zur Seite. Senden Sie einfach eine E-Mail an ausbildung@usb.ch.

Schnuppern & Praktikum

Ob der zukünftige Beruf zu einem passt, findet man am besten heraus indem man eine Schnupperlehre absolviert. Dort kann man hautnah erleben, wie der Arbeitsalltag am USB aussehen wird. Schnupperpraktika sind bei folgenden Berufen möglich:

 

Das Schnupperpraktikum am USB dauert drei Tage. Das ist nicht sehr lange, aber doch lange genug, um einen guten Einblick in den zukünftigen Beruf gewinnen zu können. Alle Informationen zu den Schnupperpraktika findet man hier.

Wichtig ist, gemeinsam herauszufinden, was nicht gepasst hat – der Beruf, das Unternehmen, Sonstiges? Unterstützung bietet beispielsweise die Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung (BIZ), wo die Situation gemeinsam analysiert werden kann. Ebenso sollten sie mit ihrem Sohn bzw. mit Ihrer Tochter die Rückmeldungen nach dem Schnuppern besprechen und gemeinsam überlegen, was sich verbessern lässt. Das Wichtigste ist sicherlich, Ihr Kind darin zu stärken, nicht den Mut zu verlieren.