FAQ
Welche Berufslehren gibt es am USB? Wie kann sich mein Kind optimal auf das Bewerbungsgespräch vorbereiten? Gibt es Schnuppermöglichkeiten? Diese und weitere Fragen werden immer wieder gestellt – hier unsere Antworten.
Allgemein
Welche Lehrberufe gibt es am Universitätsspital Basel?
Am Universitätsspital Basel gibt es 14 verschiedene Lehrberufe:
Assistent*in Gesundheit und Soziales EBA
Fachfrau/Fachmann Betreuung EFZ, Fachrichtung Kinderbetreuung
Fachfrau/Fachmann Gesundheit EFZ
Fachfrau/Fachmann Systemgastronomie EFZ
Fachfrau/Fachmann Betriebsunterhalt EFZ, Fachrichtung Hausdienst
Informatiker*in EFZ Fachrichtung Applikationsentwicklung
Informatiker*in EFZ Fachrichtung Plattformentwicklung
Kauffrau/Kaufmann EFZ Branche: Gesundheit
Was ist der Unterschied zwischen einer EBA- und einer EFZ-Lehrstelle?
EBA? EFZ? Genau, das heisst «Eidgenössisches Berufsattest» respektive «Eidgenössisches Fähigkeitszeugnis».
Die EBA-Lehre ist eine 2-jährige Grundbildung und vor allem für die schulisch etwas Schwächeren gedacht. Die EBA-Lehre hat in vielen Berufen die ehemalige Anlehre ersetzt. Du kannst nach erfolgreichem Abschluss der EBA-Lehre – je nach Beruf und Leistung – direkt im 2. Lehrjahr der dazugehörigen EFZ-Lehre einsteigen. Du kannst also beispielsweise als Assistentin Gesundheit und Soziales EBA deine Karriere starten und dann mit einer Lehre als Fachfrau Gesundheit EFZ deine Grundausbildung abschliessen. Mit einem EFZ-Abschluss kannst du entweder direkt ins Berufsleben steigen oder eine Berufsmaturität machen und später an einer Fachhochschule studieren.
Ist es besser, einen Beruf zu wählen, der einen interessiert, oder einen, der zukunftssicher ist?
Ein Interesse am Beruf ist die Basis – nur wer Freude an seiner Arbeit hat, bleibt motiviert. Ebenso sollte man die Fähigkeiten mitbringen, die zum Beruf passen. Aufgrund der schnellen Veränderungen in der Berufswelt lohnt es sich, sein Fachwissen aktuell zu halten, sich mit KI zu befassen und auch die persönlichen und sozialen Kompetenzen laufend weiterzuentwickeln.
Gibt es Prognosen, welche Lehrstellen künftig an Bedeutung gewinnen, und welche verlieren?
Laut Domenica Mauch, Geschäftsführerin des grössten Schweizer Berufsbildungsportals Yousty, werden künftig vor allem drei Bereiche an Bedeutung gewinnen: Nachhaltigkeit, IT & Handwerk. Gleichzeitig verändern KI und weiteren Entwicklungen viele Berufsbilder. Grundsätzlich gilt: Je wichtiger ein Beruf für das Funktionieren unsere Gesellschaft ist, umso zukunftssicherer ist er. Entsprechend gewinnen Betreuungs- und Gesundheitsberufe weiter an Bedeutung.
Ist die Lehre ein Garant dafür, später einen Job zu finden?
Die Berufslehre ist und bleibt das Fundament der Schweizer Arbeitswelt. Die Arbeitslosigkeit unter Menschen mit einem Berufsabschluss ist mit weniger als 3 % sehr tief, gleichzeitig sucht die Schweizer Wirtschaft in vielen Branchen händeringend nach gut ausgebildeten Fachkräften.
Heute ist die Lehre jedoch nicht mehr der Endpunkt, sondern Ausgangspunkt. Der Arbeitsmarkt verändert sich schneller als früher, doch das Schweizer Bildungssystem i bietet zahlreiche Möglichkeiten, sich weiterzuentwickeln – sei es mit der Berufsmaturität, einem Studium an einer Fachhochschule oder einer Spezialisierung in einem neuen Fachgebiet.
Studieren oder Lehre - welcher Weg ist sinnvoller für mein Kind?
Auswertungen des Bundesamtes für Statistik für die Jahre 2022–2024 zeigen, dass Personen mit einer Berufslehre eine leicht tiefere Erwerbslosenquote haben als Personen mit einem Hochschulabschluss. Am besten schnitten Personen mit einem Abschluss der höheren Berufsbildung ab.
Dennoch sollte man Lehre und Studium nicht gegeneinander ausspielen. Beide Wege bieten in unserem Bildungssystem sehr gute Karrieremöglichkeiten. Entscheidend ist, dass die Ausbildung zu den Interessen, Fähigkeiten und Bedürfnissen Ihres Kindes passt. Motivation und Freude am gewählten Beruf sind dabei die wichtigste Grundlage.
Trotz Fachkräftemangel finden jedes Jahr viele Jugendliche keine Lehrstelle. Woran liegt das Problem?
Es gibt tausende offene Lehrstellen und gleichzeitig Jugendliche, die leer ausgehen. In der Fachwelt spricht man vom „Passungsproblem“. Die Lehrstellen sind da, aber sie passen oft nicht zu den Bewerbenden. Dafür gibt es drei Hauptgründe: Erstens den «Berufs-Mismatch», wenn Wunschberuf und Realität auseinandergehen. Zweitens geografische Hürden, weil offene Lehrstellen oft nicht dort sind, wo die Jugendlichen wohnen. Drittens setzen manche Betriebe die Anforderungen an die Schulnoten nach wie vor sehr hoch an.
Es fehlen in der Schweiz also nicht grundsätzlich Lehrstellen, sondern die Flexibilität auf beiden Seiten. Jugendliche müssen offener werden gegenüber weniger bekannten Berufen z– und Lehrbetriebe sollten auch Bewerbenden mit schwächeren Noten eine Chance geben.
Wie können wir damit umgehen, wenn mein Kind viele Fehlstunden in der Schule hat?
Am besten ist es, transparent und proaktiv die Problematik zu erklären. Dann haben wir als Lehrbetrieb die Möglichkeit, besser einzuschätzen, wie es zu den Fehlstunden kam und warum das nicht zwingend ein Ausschlusskriterium für eine Lehre bei uns sein muss.
Bewerbung
Wie kann sich mein Kind optimal auf das Bewerbungsgespräch vorbereiten?
Sinn und Zweck des Bewerbungsgespräch ist es herauszufinden, ob Ihr Kind zu uns passt - und das USB zu den Vorstellungen Ihres Kindes. Hilfreich ist es, sich im Vorfeld Fragen zu stellen wie: Warum möchte ich diesen Beruf erlernen? Warum gerade am USB? Welche Stärken bringe ich für diesen Beruf mit?
Das Gespräch vorgängig einmal gemeinsam zu üben, deutlich zu sprechen und den Gesprächspartner*innen offen zu begegnen, ist sicher von Vorteil. Eine gewisse Nervosität ist dabei ganz normal und dafür haben alle Beteiligten am USB-Verständnis.
Welche Rolle spielen die Noten für die Lehrstelle?
Es gibt Berufe, in denen die Schulnoten eine grössere Rolle spielen – zum Beispiel im KV oder in sehr theorieorientierten IT- und Tech-Berufen. Am USB zählt jedoch das Gesamtpaket: die Motivation und Begeisterung für den Beruf, das Engagement und die Leistung beim Schnuppern und natürlich auch die Arbeits- und Verhaltensnoten. Sie geben Aufschluss darüber, ob eine Jugendliche bzw. ein Jugendlicher zuverlässig ist und gut im Team arbeiten kann.
Wen kontaktiere ich bei Fragen?
Was, wie, wo und wann? Bei Fragen steht das Team der Ausbildung mit Rat und Tat zur Seite. Senden Sie einfach eine E-Mail an ausbildung@usb.ch.
Schnuppern & Praktikum
Ist es möglich, ein Schnupperpraktikum zu absolvieren?
Ob der zukünftige Beruf zu einem passt, findet man am besten heraus indem man eine Schnupperlehre absolviert. Dort kann man hautnah erleben, wie der Arbeitsalltag am USB aussehen wird. Schnupperpraktika sind bei folgenden Berufen möglich:
Wie lange dauert ein Schnupperpraktikum?
Das Schnupperpraktikum am USB dauert drei Tage. Das ist nicht sehr lange, aber doch lange genug, um einen guten Einblick in den zukünftigen Beruf gewinnen zu können. Alle Informationen zu den Schnupperpraktika findet man hier.
Wie kann ich mein Kind unterstützen, wenn es bisher trotz Schnuppern nicht mit einer Lehrstelle geklappt hat?
Wichtig ist, gemeinsam herauszufinden, was nicht gepasst hat – der Beruf, das Unternehmen, Sonstiges? Unterstützung bietet beispielsweise die Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung (BIZ), wo die Situation gemeinsam analysiert werden kann. Ebenso sollten sie mit ihrem Sohn bzw. mit Ihrer Tochter die Rückmeldungen nach dem Schnuppern besprechen und gemeinsam überlegen, was sich verbessern lässt. Das Wichtigste ist sicherlich, Ihr Kind darin zu stärken, nicht den Mut zu verlieren.