Tumormodelle aus frischem Gewebe, digitale Zwillinge im OP und KI im Klinikalltag: Das USB lanciert drei neue Innovations-Foci
Das Universitätsspital Basel (USB) lanciert drei neue Innovations-Foci: Klinische KI, Personalisierte Krebstherapie und Digitale Präzisionschirurgie. Sie zeigen exemplarisch die weiterentwickelte Spitalstrategie, mit der das USB die universitäre Medizin und wirtschaftliche Stabilität langfristig verbindet.
2026-09-23, 13:00 Uhr
Fachkräftemangel, Digitalisierung und wirtschaftlicher Druck verändern die Gesundheitsversorgung grundlegend. Die drei Foci bündeln Kompetenzen aus Klinik, Forschung und Lehre in Zukunftsthemen, damit Erkenntnisse schneller bei den Patientinnen und Patienten ankommen.
Krebstherapien vorab am Tumormodell testen
Der Innovations-Focus Personalisierte Krebstherapie stellt aus frischem Tumorgewebe patientenspezifische Tumormodelle her, an denen Medikamente getestet werden, bevor die Behandlung beginnt. Künstliche Intelligenz wertet die Bilddaten aus, die Testphase soll von drei auf zwei Wochen sinken. Den Anfang macht der metastasierte Brustkrebs, weitere Tumorarten sollen folgen.
Operieren zuerst am digitalen Zwilling
Der Innovations-Focus Digitale Präzisionschirurgie erstellt aus CT-, MRT- oder 3D-Daten ein digitales Abbild der individuellen Anatomie, an dem Eingriffe vorab simuliert werden. Die Behandlungsergebnisse fliessen ins System zurück, das so laufend dazulernt. Angewendet wird dies etwa bei Lippen-Kiefer-Gaumenspalten, komplexen Frakturen oder Eingriffen an der Wirbelsäule.
Künstliche Intelligenz im Klinikalltag
Der Innovations-Focus Klinische KI bringt KI-Anwendungen direkt in bestehende klinische Arbeitsabläufe. In der Krebsmedizin führt sie Informationen aus Bildgebung, Pathologie, molekularen Analysen und klinischen Daten zusammen und bereitet sie für Tumorboards auf. Dabei liegen die Entscheidung und Verantwortung immer bei den Fachleuten. Weitere Einsatzfelder sind Radiologie, digitale Pathologie, klinische Dokumentation sowie die chirurgische und stationäre Versorgung. Diagnosen sollen schneller und präziser werden, und Fachpersonen werden von administrativen Aufgaben entlastet, damit mehr Zeit für die Patientinnen und Patienten bleibt.
Spitalstrategie weiterentwickelt in vier Handlungsfeldern
Die Foci stehen exemplarisch für die weiterentwickelte Spitalstrategie, die vier Handlungsfelder definiert: Patientinnen und Patienten & Medizin, Mitarbeitende & Kultur, Forschung & Lehre sowie Prozesse & Organisation. Dass der Ansatz trägt, zeigt die erste Runde von 2020 bis 2025: Allein der Focus Zelltherapien ermöglichte über 120 Patientinnen und Patienten innovative Behandlungen, teilweise mit Verfahren, die erstmals in der Schweiz angewendet wurden. «Als Universitätsspital tragen wir Verantwortung weit über die unmittelbare Patientenversorgung hinaus. Wir entwickeln neue medizinische Erkenntnisse, bilden die nächste Generation von Gesundheitsfachpersonen aus und sorgen dafür, dass Innovationen möglichst rasch den Weg an das Patientenbett finden», sagt Spitaldirektor Dr. med. Rakesh Padiyath. Das Universitätsspital Basel hat 2025 vom Kloster Ingenbohl den Zuschlag für den Kauf des St. Claraspitals erhalten. Die weiterentwickelte Strategie trägt damit der wachsenden Verantwortung für die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung der Nordwestschweiz Rechnung. Die Vision «Universitäre Medizin für alle – universitär, menschlich, nah» umfasst die gemeinsame Basis beider Standorte und formuliert den Anspruch, bei allen Krankheiten oder Unfällen – ob einfach oder komplex – allen Patientinnen und Patienten stets die beste medizinische Versorgung angedeihen zu lassen.
Medienauskunftsstelle