Die Medizinische Kommunikation ist eine Spezialabteilung der Inneren Medizin und der Psychosomatik im Universitätsspital Basel. Der Hauptfokus besteht in der Lehre, der Ausbildung, sowie der Weiterbildung von Student*innen und Ärztinnen und Ärzten im Bereich der kommunikativen Kompetenz. Nebst praxisbezogenen Trainings, Workshops und Kursen am Universitätsspital ist einer unserer Arbeitsschwerpunkte die Universitäre Lehre über kommunikative Fertigkeiten im longitudinalen Curriculum des Medizinstudiums.

Angebot

Die Kommunikation im Arzt-Patienten-Gespräch bildet das Fundament einer guten medizinischen Behandlung und gilt neben Professionalität oder dem medizinischen Wissen zu einer der Kernkompetenzen des ärztlichen Handelns. Zahlreiche Studien konnten belegen, dass eine gelungene Kommunikation die Zufriedenheit der Patient*Innen sowie andere patienten-relevante Outcomes verbessern kann.

Post-ICU Sprechstunde

Die Spezialsprechstunde POST ICU CARE ist 2017 etabliert worden für Patient*innen und Angehörige nach kritischer Krankheit und ist ein Leuchtturmprojekt, das in der Schweiz bisher einmalig ist. Die vielfältigen Forschungsaktivitäten, z.B. im Bereich Kommunikation in Notfallsituationen oder Kommunikation zwischen Arzt und Patient und Angehörigen, haben zum Ziel die Evidenz-basierte Kommunikation am Universitätsspital nachhaltig zu fördern.

 

Die Post-ICU Sprechstunde ist eine Spezialsprechstunde für Patient*innen als auch Angehörige nach kritischer Krankheit. Das Ziel dieser Sprechstunde ist die nochmalige Besprechung und Aufarbeitung des Aufenthalts auf der Intensivstation, zum Beispiel nach Reanimation oder anderer kritischer Krankheit. Bei den meist komplexen Krankheitsverläufen soll, wo nötig und sinnvoll, eine Aufarbeitung der Krankengeschichte und Komplettierung der Abklärungen und Therapien gewährleistet werden.


Das Sprechstundenangebot ist interprofessionell, eine Unterstützung im psychosozialen Bereich wird ebenso gewährleistet. Oft stehen schwierige Themen zwischen Leben und Tod im Raum und nicht selten entwickeln Angehörige von Intensivstationspatienten posttraumatische Belastungsstörungen.

Kommunikationstraining

Kommunikationstrainingsangebote für Ärztinnen, Ärzte, Pflegende und Studierende in der Universitären.

 

  • Kommunikation in Notfallsituationen (Simulationstraining)
  • Kommunikation zwischen Ärztin, Arzt und Patient*in / Angehörigen
  • Breaking Bad News / Überbringen schlechter Nachrichten
  • Patienten-orientierte Evidenz-basierte Kommunikation

Aktuelles aus der Medizinischen Kommunikation

Forschung

Obwohl die Chefarztvisite einer der wichtigsten Pfeiler der stationären Patientenbetreuung darstellt, gibt es kaum randomisierte Daten, die den besten Ansatz zur Einbindung des Patienten untersuchten. Die Multicenter-Studie, die am Universitätsspital Basel und Kantonsspital Aarau durchgeführt wird, soll wichtige Erfahrungen zu Präferenzen der Patienten als auch Pflegefachkräften liefern und zu vermehrt Patienten-zentrierter Pflege führen.

 

Bei der Chefarztvisite wird dabei der Patient vor dem Patientenzimmer besprochen und der Patient wird anschliessend informiert, resp. wird die Chefarztvisite im Patientenzimmer mit direkter Teilnahme des Patienten durchgeführt. Zudem wird befragt, inwieweit die Patienten verstanden haben was für eine Diagnose gestellt wurde, wie das Therapiekonzept aussieht und was die nächsten Schritte im Behandlungsplan sind.

 

Die Datenerhebung der Studie ist abgeschlossen und lief von Sommer 2017 bis Herbst 2019. Die Daten werden zurzeit ausgewertet.

 

Diese Studie wurde vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) unterstützt.

In der Communicate-Studie untersuchen wir derzeit am USB, wie und ob eine Kommunikationsstrategie die Morbidität der Angehörigen kritisch kranker Patienten reduzieren kann, insbesondere in Bezug auf posttraumatische Belastungsstörung.

Am Universitätsspital Basel wird regulär bei jedem Eintritt routinemässig besprochen und dokumentiert, was die Wünsche und Präferenzen des Patienten in Bezug auf Reanimation im Fall eines Herz-Kreislaufstillstands sind. Ein Gespräch über dieses Thema und das Treffen einer Entscheidung ist herausfordernd und potentiell schwierig. In einer randomisierten Multicenter-Studie untersuchen wir den Effekt verschiedener Kommunikationsstrategien auf das Gespräch zur Reanimation. Hierbei interessiert uns besonders auch die Perspektive der Patienten. Ziel ist, dazu beizutragen, das Gespräch und die Entscheidungsfindung hinsichtlich Reanimation zu verbessern.


Systematisches Review und Meta-Analyse zum Zusammenhang zwischen Kommunikationsinterventionen und Reanimationsentscheidungen Kommunikationsinterventionen, insbesondere Reanimationsvideos als Entscheidungshilfen waren mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit von Patienten, eine Reanimation im Falle eines Herz-Kreislauf-Stillstands abzulehnen, assoziiert. Zudem zeigten sich Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen Kommunikationsinterventionen und vermehrtem Wissen über Reanimation.

In der Patientensimulator Forschung untersuchen wir gemeinsam mit dem Team der Medizinischen Intensivstation den Einfluss von wichtigen Kommunikationselementen wie Führungsaussagen. Dabei hat sich gezeigt, dass eine gezielte Instruktion über die Führungskommunikation die Reanimationsleistung signifikant verbessern kann. Die Ergebnisse dieser Studien haben erfreulicherweise seit 2010 Eingang gefunden in die Reanimationsrichtlinien der American Heart Assoziation. Es wird nun neu empfohlen Kommunikative Fertigkeiten bezüglich Teamarbeit und Führungsverhalten in den Reanimationskursen zu lehren. Aktuell läuft eine grosse multizentrische, randomisierte Studie mit einem Amerikanischen Zentrum, um den Einfluss der Führungszuteilung sowie Gruppengrösse in der Reanimationssituation zu untersuchen.

„Frauen schneiden schlechter ab beim Reanimieren“

 

In Planung ist das Projekt einen Leitfaden für die Kommunikation am Universitätsspital Basel, resp. Nordwest zu etablieren, einen «Kommunikations-Pocketguide».

Team

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Prof. Sabina Hunziker Schuetz

Leitende Ärztin

Medizinische Kommunikation

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Tabita Urben

Doktorandin

Medizinische Kommunikation

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Erika Huggel

adm.Mitarbeiterin

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