Preis der Theodor Naegeli-Stiftung für die Neuroradiologie
Prof. Dr. med. Marios-Nikos Psychogios, Leiter der Neuroradiologie am Universitätsspital Basel, und sein Team erhalten den Preis der Theodor Naegeli-Stiftung für ihre Forschung zur Therapie des Schlaganfalls.
2025-05-08, 16:05
Die Forschung auf dem Gebiet der Thromboembolie (Schlaganfall) von Prof. Dr. med. Marios-Nikos Psychogios, Leiter der Neuroradiologie am Universitätsspital Basel, und seinem Team wird mit dem Preis der Theodor Naegeli-Stiftung 2025 ausgezeichnet. Der Preis ist mit CHF 100'000 dotiert. In der internationalen Studie, die vom Basler Team geführt wurde, hat Psychogios die Behandlung von Schlaganfällen untersucht und belegt, dass die interventionelle Therapie von ischämischen Verschlüssen von mittleren und kleinen Hirngefässen zum aktuellen Zeitpunkt keinen eindeutigen Vorteil im Vergleich zur etablierten konservativen Therapie bringt. Diese Erkenntnisse sind von hoher Relevanz und haben umgehend den klinischen Alltag weltweit beeinflusst.
Während die endovaskuläre Therapie von Thrombembolien in grossen zerebralen Gefässen etabliert und erfolgreich ist, gab es noch keine ausreichenden Beweise, dass die endovaskuläre Therapie ebenso indiziert ist, wenn mittlere oder kleine Gefässe verschlossen sind. Die prospektive, randomisierte Studie «Endovascular Treatment for Stroke Due to Occlusion of Medium or Distal Vessels» konnte mit einem komplett evidenz-basierten Studiendesign diese Beweise liefern. Ihre Veröffentlichung im renommierten New England Journal of Medicine beweist ihre Bedeutung. Vertiefende Analysen, die Psychogios und sein Team bereits angestossen haben, werden in den nächsten Jahren zum besseren Verständnis der distalen Gefässverschlüsse und zur Identifikation von Subgruppen führen, die von der interventionellen Therapie profitieren können.
Die Theodor Naegeli-Stiftung bezweckt die Förderung der medizinischen Forschung auf den Gebieten der Thromboembolie und der Gerontologie. Alle drei Jahre richtet sie für die beste experimentelle oder klinische Arbeit einen international ausgeschriebenen Preis aus. Die eingereichten Arbeiten werden von den Vorsitzenden der deutschen und der schweizerischen Gesellschaft für Chirurgie, dem Dekan des Fachbereichs Klinische Medizin der Universität Tübingen sowie einem ständigen ärztlichen Mitglied beurteilt.