Fort- und Weiterbildung
Dienstagmittag-Fortbildung
Jeweils Dienstag von 12.30 bis 13.30 Uhr vor Ort im kleinen Hörsaal ZLF, oder im Online-Format – Buchung hier über die Website.
Fortbildungs-Credits: SAPPM, SGPP, SGAM und SGIM je 1 Punkt
Die Vortragspräsentationen stehen im Allgemeinen kurz nach den Vorträgen zur Verfügung (gewünschten Vortrag im Archiv wählen).
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Kommende Dienstagmittags-Fortbildungen
24. März 2026 (online): Die vielen Gesichter des Emotions-Essen – Variabilität verstehen und behandeln
Anmeldung via Teams
Univ.-Prof. Dr. Jens Blechert
Abteilung Klinische Psychologie und
Gesundheitspsychologie, Fachbereich
Psychologie, Universität Salzburg
Emotionales Essen ist ein beliebtes Konzept,
sowohl in der Alltagspsychologie als auch in
klinischer Psychologie, Psychosomatik und Psychiatrie.
Hinter den damit beschriebenen Schwierigkeiten,
das Essverhalten sinnvoll und rational
zu steuern, verstecken sich jedoch unterschiedliche
Mechanismen. Ohne deren Unterscheidung
ist systematische Forschung und kausale
Behandlung nicht effektiv. Im Vortrag stelle ich
vier verschiedene Fälle vor und illustriere daran
unterschiedliche Arten von Emotionsessen sowie
deren Behandlung. Dabei werden auch verwandte
Konstrukte wie Diäthalten, Food Craving, Stressessen
und Selbstrechtfertigung besprochen sowie
die Grenzen des Konzepts sichtbar gemacht.
21. April 2026 (hybrid): Einsamkeit – Ein relevantes (klinisches) Phänomen
Anmeldung via Teams
PD Dr. phil. Tobias Krieger
Fachpsychologe für Psychotherapie
FSP, Klinische Psychologie und
Psychotherapie
Institut für Psychologie, Universität Bern
Einsamkeit ist sowohl in der Allgemeinbevölkerung
als auch in der klinischen Praxis ein verbreitetes
Phänomen. Einsamkeit zeigt sich bei Betroffenen,
die subjektiv über zu wenige oder nicht
ausreichend befriedigend erlebte soziale Kontakte
verfügen. Während situative Einsamkeitsgefühle
adaptiv sein können, ist chronische Einsamkeit
mit einer Vielzahl von körperlichen und psychischen
Beschwerden assoziiert. Neben strukturellen
spielen auch viele psychologische Aspekte
bei der Entstehung und der Aufrechterhaltung von
chronischer Einsamkeit eine zentrale Rolle. Im
Vortrag werden diese Zusammenhänge näher beleuchtet
und auf Konsequenzen für Interventionen
bei (chronischer) Einsamkeit eingegangen.
28. April 2026 (hybrid): Was im Erleben verborgen bleibt – Mikrophänomenologie als Werkzeug für Psychosomatik und Psycho-therapie
Anmeldung via Teams
PD Dr. Prisca Bauer MSc, PhD
FÄ psychosomatische Medizin u.
Psychotherapie,
Freiburger Institut für Musikermedizin,
Universitätsklinikum Freiburg
Subjektive Erfahrung steht im Zentrum psychosomatischer
und psychotherapeutischer Praxis –
und entzieht sich doch oft einer systematischen,
differenzierten Untersuchung. Der Vortrag stellt die
Mikrophänomenologie als innovative qualitative
Forschungsmethode vor, die es ermöglicht, gelebte
Erfahrung in ihrer zeitlichen, leiblichen und sinnhaften
Feinstruktur präzise zu explorieren. Anhand
klinischer und forschungsnaher Beispiele wird
gezeigt, wie mikrophänomenologische Interviews
verborgene Dimensionen von Wahrnehmung, Affekt,
Körperlichkeit und Selbstbezug zugänglich
machen können – sowohl in pathologischen als
auch in ressourcenorientierten Kontexten. Darüber
hinaus wird diskutiert, wie diese Methode neue
Brücken zwischen klinischer Praxis, empirischer
Forschung und philosophischen Fragen nach Bewusstsein,
Selbst und Verkörperung schlägt und
so einen fruchtbaren Dialog zwischen Medizin und
Philosophie eröffnet.
19. Mai 2025 (hybrid): Wenn die Haut zum Fokus wird: Von Trichotillomanie bis Körperdysmorphie – Erkennen und Behandeln von psychischen Störungen mit Hautbezug
Anmeldung via Teams
Julia Rümmelein
Oberpsychologin und Eidg. anerkannte
Psychotherapeutin, Clienia Schlössli AG,
Privatklinik für Psychiatrie und
Psychotherapie Oetwil am See
Läsionen oder Auffälligkeiten der Haut können auf
zugrundeliegende psychische Erkrankungen hinweisen.
Insbesondere ein zwanghafter Fokus auf
die Haut, der sowohl durch Hautmanipulationen
als auch durch eine dysmorphe Wahrnehmung
bedingt sein kann, ist ein wesentliches Kennzeichen
psychischer Störungen, wie z.B. bei der
Trichotillomanie, Dermatillomanie und der körperdysmorphen
Störung. Diese Störungen gehen
oft mit intensiven, sich wiederholenden Verhaltensweisen
einher, die das Gefühl der Anspannung
oder Angst kurzfristig lindern, aber langfristig
zu Hautschäden und -veränderungen führen
können.
Psychotherapie kann Betroffenen dabei helfen,
die zugrundeliegenden Gedankenmuster und
Verhaltensweisen zu erkennen, die zu den genannten
psychischen Störungen führen, und
gesündere Strategien zur Bewältigung von Stress
und Anspannung zu entwickeln. Der Vortrag beleuchtet
die oft unbeachteten psychosomatischen
Zusammenhänge bei Hautveränderungen und
stellt effektive Therapiestrategien vor.»
02. Juni 2026 (hybrid): Die Autismus-Spektrum-Störung im Erwachsenenalter
Anmeldung via Teams
Prof. Inge Kamp-Becker
Wissenschaftliche
Mitarbeiterin, Klinik für Kinder- und
Jugendpsychiatrie,
Universitätsklinikum Heidelberg.
Die Autismus-Spektrum-Störung ist eine früh beginnende,
lebenslang andauernde Entwicklungsstörung
der neuronalen und mentalen Entwicklung
(DSM-5/ICD-11). Kernmerkmale sind bereits in
der Kindheit vorliegende, situations- und kontextübergreifende
Beeinträchtigungen der sozialen
Interaktion und Kommunikation in Kombination mit
stereotypen, repetitiven Verhaltensweisen. Der
Ausprägungsgrad, die sprachlichen und kognitiven
Beeinträchtigungen variieren, für die Diagnosestellung
ist eine klinisch relevante Beeinträchtigung
seit der frühen Kindheit relevant. Zusätzlich
weisen mehr als 80% der Betroffenen mindestens
eine komorbide Störung auf, die die Therapie und
den Verlauf der Symptomatik erheblich beeinflussen
können.
Aufgrund der hohen Anzahl an medialen Darstellungen
und der Popularität der Thematik, kommt
zunehmend auch im Erwachsenenalter der Verdacht
auf, es könnte eine Autismus-Spektrum-
Störung vorliegen. In dem Vortrag werden die
diagnostischen Kriterien, Komorbiditäten und diagnostische
Methoden erläutert. Da zahlreiche andere
psychische Störungen Symptomüberlappungen
zur Autismus-Spektrum-Störung aufweisen,
hat die Differentialdiagnostik einen hohen Stellenwert.
In dem Vortrag werden die diagnostischen
Kriterien sowie deren Veränderung über die Zeit,
derzeit populäre Konzepte (Neurodiversität, „Masking“)
sowie deren Bedeutung für die Diagnostik,
Differentialdiagnostik und Therapie vorgestellt.
Archiv Dienstagmittags-Fortbildungen
27. Januar 2026: Paradigmenwechsel in Verständnis und Psychotherapie chronischer Schmerzen
Handout zur Veranstaltung
Egle_2026_Basel_Chronischer Schmerz
PTEgle_Egloff_2024_neurobiol-fund-Schmerzpsychotherapie
https://www.youtube.com/watch?v=shB62yrOek4
Ausgehend von der neuen Klassifikation chronischer Schmerzen in der ICD-11 (MG30) bietet der Vortrag eine Einführung in die Neurobiologie der zentralen Schmerzperzeption bei chronischen primären Schmerzen und daraus abgeleiteter Mechanismen für die schmerztherapeutische ebenso wie die psychotherapeutische Praxis. Ausgangspunkt ist das Gehirn als aktives Organ, das zur Optimierung des Energiebedarfs mit Hilfe vorausgegangener Lernprozesse mit Erwartungen arbeitet („predictive processing“) und dabei auch Fehler macht. Bei deren Korrektur kann Psychotherapie einen wesentlichen Beitrag zu Schmerzfreiheit leisten. Es wird ein neurobiologisch fundierter bio-psycho-sozialer Ansatz für eine personalisierte Therapie skizziert: neurobiologisch fundierte Schmerzedukation, imaginative Mindfulness-Übungen zur Veränderung des kontextuellen Gefahrerlebens, interaktionelle (Gruppen-)Psychotherapie zur Veränderung von Vermeidungsstrategien im Umgang mit den psychischen Grundbedürfnissen, Entspannungsverfahren sowie „aerobic exercise“.
Literaturhinweise
Egle, U.T.; Heim, C.; Strauß, B. & von Känel, R. (Hrsg.) Psychosomatik. Neurobiologisch fundiert und evidenzbasiert. Ein Hand- und Lehrbuch. (2. Aufl.), Stuttgart: Kohlhammer 2024.
Egle, U.T. & Egloff N. Grundlagen einer neurobiologisch fundierten Schmerzpsychotherapie. Psychotherapie im Dialog 25: 37-42, 2024.
Egloff N., Egle U.T. Psychosomatische Schmerztherapie. Die Psychotherapie 2025; doi.org/10.1007/s00278-025-00781-6.
Klinger, D.Ch. & Egle, U.T. Chronische Schmerzen verstehen und behandeln. Stuttgart: Kohlhammer 2023.
Weiterbildungskurs in Psychosomatischer und Psychosozialer Medizin
Der Kurs ist leider ausgebucht. Sie können sich gerne auf die Warteliste 2026–2028 eintragen lassen.
Ziel dieses zweijährigen Kurses ist der Erwerb einer besonderen Kompetenz im Erkennen und Behandeln psychosomatischer und psychosozialer Störungen und Erkrankungen. Der Kurs entspricht dem von der FMH anerkannten Interdisziplinären Schwerpunkt Psychosomatische und Psychosoziale Medizin (SAPPM). Selbsterfahrung wird nicht innerhalb des Fortbildungsprogrammes angeboten.
Der Weiterbildungskurs besteht aus 8 Tageskursen (Gesamtgruppe) und ca. 12–16 Supervisionen in Kleingruppen pro Jahr. Zusätzlich wird ein Entspannungsverfahren vermittelt und die Möglichkeit geboten, psychosomatische Praxismodelle kennen zu lernen. Grundlagen des Kurses werden im Artikel «Was bedeutet Psychosomatik in der Allgemeinpraxis?» vorgestellt.
Um auf die Interessenten-Liste zu kommen, melden Sie sich bitte beim Kurssekretariat.